Biologiemodellmacher/innen sind die kreativen Handwerker der Wissenschaft. Sie fertigen detailgetreue, dreidimensionale Modelle von biologischen Objekten wie Pflanzen, Tieren oder menschlichen Organen an, die in Schulen, Universitäten und Museen zum Einsatz kommen.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Die Ausbildung kann aber auch verkürzt werden, wenn du schulische Vorbildung, vorangegangene Ausbildungszeiten oder Berufserfahrung hast. Auch bei guten Leistungen in der Ausbildung kannst du frühzeitig zur Prüfung zugelassen werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Betrieb und Region. Im Durchschnitt verdient ein Auszubildender im ersten Jahr etwa 950-1.050 Euro pro Monat, im zweiten Jahr 1.000-1.100 Euro und im dritten Jahr 1.050-1.200 Euro.
Empfohlener Schulabschluss
Ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) ist oft bevorzugt, aber grundsätzlich ist die Ausbildung mit jedem Schulabschluss möglich. Wichtig sind gute Noten in Biologie, Kunst und Werken/Technik.
Kenntnisse/Stärken
- Feinmotorisches Geschick und Geduld
- Künstlerische Begabung und Sinn für Formen/Farben
- Naturwissenschaftliches und biologisches Interesse
- Sorgfalt und Genauigkeit
- Räumliches Vorstellungsvermögen
Arbeitszeit
In der Regel feste Arbeitszeiten in der Werkstatt oder im Atelier.
Aufgaben in der Ausbildung
- Recherche von biologischen Vorlagen und Erstellung von Skizzen
- Anfertigung von Formen aus Gips, Silikon oder anderen Materialien
- Modellieren, Gießen und Bearbeiten von Kunststoffen, Wachs oder Gips
- Detailgetreue Ausarbeitung von Oberflächen und Strukturen
- Feinmalerei und Kolorierung der Modelle für ein naturgetreues Aussehen
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Anatomie und Morphologie von Mensch, Tier und Pflanze
- Materialkunde (z.B. Kunststoffe, Silikone, Gips, Farben)
- Verschiedene Modellier-, Abform- und Gießtechniken
- Zeichnerische und gestalterische Grundlagen
- Farbgestaltung und Maltechniken
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September.
Zwischenprüfung: Findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt.
Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildungszeit, bestehend aus einem praktischen und einem theoretischen Teil.
Karrieremöglichkeiten
- Spezialisierung auf bestimmte Fachgebiete (z.B. Anatomie, Botanik, Zoologie)
- Weiterbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Gestaltungstechnik
- Weiterbildung zum/zur Industriemeister/in der Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk
- Studium in Bereichen wie Biologie, Design oder Präparationstechnik
- Selbstständigkeit mit eigener Modellbauwerkstatt
Good to know
- Es ist ein sehr seltener und spezialisierter Ausbildungsberuf, der Kunst, Handwerk und Wissenschaft verbindet.
- Deine Arbeit macht komplexe biologische Zusammenhänge für Schüler, Studenten und Museumsbesucher begreifbar.
- Die hergestellten Modelle sind oft Unikate von hohem wissenschaftlichen und didaktischen Wert.
Berufsalltag
Dein Berufsalltag findet hauptsächlich in einer Werkstatt statt. Du arbeitest oft über längere Zeit hochkonzentriert an einem einzigen Modell. Dabei wechselst du zwischen verschiedenen Tätigkeiten wie Recherchieren, Zeichnen, Formenbauen, Gießen und der filigranen Bemalung. Teamarbeit ist bei größeren Projekten gefragt, oft arbeitest du aber sehr eigenständig. Der Beruf erfordert eine ruhige Hand und viel Geduld, um am Ende ein perfektes, naturgetreues Modell zu erschaffen. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)