Als Chemielaborant/in bist du der Detektiv der Wissenschaft. Du analysierst Stoffe, führst chemische Versuche durch, stellst Substanzen her und protokollierst akribisch jeden Schritt deiner Arbeit im Labor.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre. Eine Verkürzung ist bei besonders guten Leistungen oder entsprechender schulischer Vorbildung (z.B. Abitur) möglich, sodass du frühzeitig zur Abschlussprüfung zugelassen werden kannst.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt ist oft tariflich geregelt (z.B. in der chemischen Industrie) und gehört zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen. Im ersten Jahr kannst du mit ca. 1.050-1.150 Euro rechnen, im zweiten Jahr mit 1.100-1.250 Euro, im dritten Jahr mit 1.150-1.300 Euro und im letzten halben Jahr mit 1.200-1.400 Euro.
Empfohlener Schulabschluss
Meist wird die Fachhochschulreife oder das Abitur vorausgesetzt. Ein sehr guter Realschulabschluss mit hervorragenden Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern kann ebenfalls eine gute Grundlage sein.
Kenntnisse/Stärken
- Großes Interesse an Chemie, Biologie und Physik
- Sorgfältige und präzise Arbeitsweise
- Verantwortungsbewusstsein (Umgang mit Gefahrstoffen)
- Geduld und Ausdauer
- Gute Beobachtungsgabe und analytisches Denkvermögen
- Teamfähigkeit
Arbeitszeit
In der Regel feste Arbeitszeiten im Rahmen einer 37,5- oder 40-Stunden-Woche. In manchen Betrieben, insbesondere in der Produktion, kann auch Schichtarbeit vorkommen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Planung, Durchführung und Protokollierung von Experimenten
- Analyse von Stoffen mittels verschiedener chemischer und physikalischer Verfahren
- Herstellung von chemischen Substanzen und Gemischen
- Bedienung und Instandhaltung von Laborgeräten
- Qualitätskontrolle von Rohstoffen und Endprodukten
- Anwendung von Sicherheits- und Umweltschutzvorschriften
- Du lernst auch, dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Grundlagen der anorganischen, organischen und physikalischen Chemie
- Instrumentelle Analytik (z.B. Chromatografie, Spektroskopie)
- Chemische Reaktionstechnik und verfahrenstechnische Grundoperationen
- Qualitätssicherung und statistische Auswertung
- Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz im Labor
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise im August oder September.
Gestreckte Abschlussprüfung Teil 1: Findet gegen Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und zählt bereits zum Gesamtergebnis.
Gestreckte Abschlussprüfung Teil 2: Am Ende der Ausbildungszeit.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Chemietechniker/in oder Industriemeister/in Chemie
- Studium in Fächern wie Chemie, Biochemie, Pharmazie oder Chemieingenieurwesen
- Spezialisierung auf Bereiche wie Umweltanalytik, Forschung oder Qualitätsmanagement
- Positionen im Labor-, Produktions- oder Vertriebsbereich
Good to know
- Der Beruf ist unverzichtbar für Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung in vielen Branchen wie Pharma, Lebensmittel, Kosmetik und Werkstofftechnik.
- Du arbeitest mit modernster Technik in einem hochspezialisierten Umfeld.
- Aufgrund der starken chemischen Industrie in Deutschland sind die Jobaussichten exzellent.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist das Labor. Hier folgst du exakten Versuchsanleitungen, misst, wiegst und mischst Substanzen. Du bedienst komplexe Analysegeräte am Computer und wertest die gewonnenen Daten aus. Genauigkeit und das Tragen von Schutzkleidung wie Kittel, Handschuhe und Schutzbrille sind dabei selbstverständlich. Du arbeitest oft im Team und dokumentierst deine Arbeit sorgfältig. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)