Als Chirurgiemechaniker/in bist du ein/e Spezialist/in für die Herstellung und Instandhaltung von medizintechnischen Instrumenten, die in Operationssälen Leben retten. Du verbindest traditionelles Handwerk mit modernster Technologie und schaffst Produkte von höchster Präzision.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre. Eine Verkürzung ist bei entsprechender Vorbildung (z.B. Abitur) oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung möglich.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Betrieb und Bundesland. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Ausbildungsvergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 1.000 - 1.100 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 1.050 - 1.150 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 1.150 - 1.250 Euro
- 4. Ausbildungsjahr: 1.200 - 1.350 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe jedoch überwiegend Auszubildende mit einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) oder der Hochschulreife (Abitur) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Feinmotorisches Geschick und ruhige Hand
- Höchstes Maß an Sorgfalt und Genauigkeit
- Technisches Verständnis
- Gutes räumliches Vorstellungsvermögen
- Konzentrations- und Teamfähigkeit
Arbeitszeit
In der Regel hast du eine feste Arbeitszeit im Rahmen einer 35- bis 40-Stunden-Woche, meist in Werkstätten oder Produktionshallen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Herstellen von Skalpellen, Pinzetten, Scheren und Endoskopen
- Bearbeiten von Metallen (z.B. Edelstahl, Titan) durch Feilen, Bohren, Fräsen und Schleifen
- Montage von komplexen Instrumenten aus Einzelteilen
- Wartung und Reparatur von medizinischen Geräten
- Qualitätskontrolle mit präzisen Messinstrumenten
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Lesen und Anfertigen technischer Zeichnungen
- Manuelle und maschinelle Werkstoffbearbeitung
- Werkstoffkunde (Eigenschaften von Metallen und Kunststoffen)
- Qualitätssicherung und Messtechnik
- Grundlagen der Anatomie und Hygienevorschriften
- Montage-, Füge- und Umformtechniken
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise am 1. August oder 1. September.
Zwischenprüfung: Findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt.
Abschlussprüfung: Die Gesellenprüfung am Ende der Ausbildung, oft aufgeteilt in Teil 1 und Teil 2.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Chirurgiemechanikermeister/in
- Fortbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Medizintechnik
- Studium, z.B. im Bereich Medizintechnik oder Feinwerktechnik
- Spezialisierung auf bestimmte Instrumentengruppen (z.B. Endoskopie)
- Tätigkeit im Vertrieb, in der Entwicklung oder im Qualitätsmanagement
Good to know
- Der Beruf hat eine große Verantwortung, denn die Qualität deiner Arbeit beeinflusst direkt die Gesundheit von Patienten.
- Viele Ausbildungsbetriebe sind im Raum Tuttlingen angesiedelt, dem Weltzentrum der Medizintechnik.
- Du arbeitest an der Schnittstelle von Handwerk, Hightech und Medizin – eine krisensichere und zukunftsfähige Branche.
Berufsalltag
Dein Arbeitsalltag ist geprägt von Präzisionsarbeit. Du arbeitest an einer Werkbank oder an CNC-Maschinen, liest technische Zeichnungen und fertigst oder reparierst Instrumente mit höchster Konzentration. Dabei hältst du dich strikt an Qualitäts- und Hygienevorgaben. Der Austausch im Team ist wichtig, um komplexe Aufträge zu meistern. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)