Als Destillateur/in bist du ein/e Expert/in für hochprozentige Genüsse und feine Aromen. Du stellst aus verschiedenen Rohstoffen wie Obst, Getreide oder Kräutern durch Destillation Spirituosen, Essenzen und reinen Alkohol für technische oder medizinische Zwecke her. Dein Handwerk verbindet traditionelle Verfahren mit moderner Anlagentechnik.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Betrieb und Bundesland. Im Durchschnitt kannst du mit folgender monatlicher Vergütung rechnen: Im ersten Jahr etwa 900-1.100 Euro, im zweiten Jahr 1.000-1.200 Euro und im dritten Jahr 1.100-1.350 Euro.
Empfohlener Schulabschluss
Ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) wird empfohlen, da gute Kenntnisse in Chemie, Biologie und Mathematik für das Verständnis der Gärungs- und Destillationsprozesse wichtig sind.
Kenntnisse/Stärken
- Guter Geruchs- und Geschmackssinn
- Verständnis für Chemie und Biologie
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
- Technisches Geschick im Umgang mit Anlagen
- Körperliche Belastbarkeit
Arbeitszeit
In der Regel hast du eine 40-Stunden-Woche. Je nach Betrieb kann auch Schichtarbeit erforderlich sein, um die Produktionsprozesse durchgehend zu überwachen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Auswahl und Vorbereitung von Rohstoffen (z.B. Obst, Getreide, Kräuter)
- Ansetzen von Maische und Überwachung der Gärungsprozesse
- Bedienung, Steuerung und Reinigung der Destillationsanlagen
- Durchführung von Qualitätskontrollen im Labor und mittels Sensorik
- Lagerung, Veredelung und Abfüllung der fertigen Destillate
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Verfahren der Destillation und Rektifikation
- Chemische und mikrobiologische Grundlagen
- Lebensmittelrecht und Hygienevorschriften
- Bedienung und Instandhaltung von Maschinen und Anlagen
- Sensorische Prüfung von Rohstoffen und Erzeugnissen
- Herstellung von Maischen und Würzen
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise im August oder September eines Jahres.
Zwischenprüfung: Findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt, um den aktuellen Wissensstand zu überprüfen.
Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildungszeit legst du die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Destillateurmeister/in
- Weiterbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Lebensmitteltechnik
- Studium, z.B. im Bereich Brauwesen und Getränketechnologie
- Spezialisierung auf bestimmte Produkte (z.B. Whisky, Gin, Obstbrände)
- Gründung eines eigenen Brennerei-Betriebs
Good to know
- Der Beruf hat eine lange Tradition und verbindet altes Handwerkswissen mit moderner Technologie.
- Destillateure arbeiten nicht nur in Brennereien, sondern auch in der Pharmaindustrie oder bei der Herstellung von Essenzen und Aromen.
- Kreativität ist gefragt, um neue Rezepturen und Geschmacksprofile für Spirituosen zu entwickeln.
Berufsalltag
Im Berufsalltag als Destillateur/in überwachst du den gesamten Herstellungsprozess von der Auswahl der Rohstoffe bis zum fertigen Produkt. Du bedienst große Brennanlagen, nimmst Proben zur Qualitätskontrolle, führst sensorische Prüfungen durch und protokollierst die Produktionsschritte. Dabei ist höchste Sorgfalt und Hygiene gefragt. Der Beruf ist eine Mischung aus Handwerk, Technik und Naturwissenschaft. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)