Als Edelsteinfasser/in bringst du wertvolle Schmuckstücke zum Strahlen, indem du mit höchster Präzision Edelsteine in Fassungen aus Edelmetall einarbeitest. Du kombinierst handwerkliches Geschick mit einem Auge für Ästhetik, um einzigartige Kreationen zu schaffen.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre. Eine Verkürzung ist bei entsprechender schulischer Vorbildung oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung möglich.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Die Ausbildungsvergütung ist oft tariflich geregelt, kann aber je nach Betrieb und Bundesland variieren. Durchschnittliche monatliche Vergütung:
- 1. Ausbildungsjahr: 950 - 1.100 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 1.000 - 1.200 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 1.100 - 1.300 Euro
- 4. Ausbildungsjahr: 1.200 - 1.400 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe jedoch bevorzugt Auszubildende mit einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Feinmotorik und eine sehr ruhige Hand
- Geduld und hohe Konzentrationsfähigkeit
- Sinn für Ästhetik, Formen und Farben
- Sorgfalt und Präzision
- Gutes Sehvermögen (ggf. mit Sehhilfe)
Arbeitszeit
In der Regel feste Arbeitszeiten, die sich an den üblichen Werkstatt- oder Atelieröffnungszeiten orientieren.
Aufgaben in der Ausbildung
- Vorbereiten von Fassungen in Schmuckstücken durch Fräsen, Bohren oder Sticheln
- Auswahl und Anwendung passender Fassertechniken (z.B. Krappen-, Zargen- oder Pavéfassung)
- Sicheres und präzises Einsetzen von Edelsteinen verschiedener Formen und Größen
- Reparatur und Restaurierung von beschädigten Fassungen an altem Schmuck
- Endkontrolle und Veredelung der Schmuckstücke
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Werkstoffkunde: Eigenschaften von Edelmetallen und Edelsteinen
- Fassarten: Erlernen der verschiedenen Techniken zum Fassen von Steinen
- Werkzeug- und Maschinenkunde: Umgang mit Spezialwerkzeugen wie Stichel, Fräser und Mikroskop
- Zeichnerische Grundlagen und Entwurfslehre
- Qualitätssicherung und Beurteilung von Edelsteinen
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz im Goldschmiedehandwerk
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung findet dual statt, d.h. im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise am 1. August oder 1. September.
Zwischenprüfung: Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet der erste Teil der gestreckten Gesellenprüfung statt.
Abschlussprüfung: Die Ausbildung endet mit dem zweiten Teil der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Goldschmiedemeister/in
- Spezialisierung auf bestimmte Fassarten, antiken Schmuck oder hochkomplexe Anfertigungen
- Selbstständigkeit mit einem eigenen Atelier oder einer Werkstatt
- Tätigkeit in der Schmuckindustrie, bei Juwelieren oder in Auktionshäusern
Good to know
- Der Beruf des Edelsteinfassers ist ein hochspezialisiertes und seltenes Kunsthandwerk mit langer Tradition.
- Du arbeitest oft an wertvollen Unikaten und hauchst ihnen mit dem letzten Schliff Leben ein.
- Die Arbeit findet häufig unter dem Mikroskop statt, um höchste Präzision zu garantieren.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist der Fassertisch in einer Werkstatt oder einem Atelier. Ein Großteil deiner Arbeit erfordert höchste Konzentration, während du mit feinsten Werkzeugen Edelsteine in Fassungen einpasst. Du arbeitest eng mit Goldschmieden zusammen, besprichst Entwürfe und stellst sicher, dass jeder Stein perfekt sitzt. Der Beruf ist eine faszinierende Mischung aus technischer Präzision und künstlerischer Gestaltung. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)