Als Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste der Fachrichtung Archiv bist du der/die Hüter/in des Wissens und der Geschichte. Du arbeitest mit historischen Dokumenten, Fotos und digitalen Daten, machst sie für die Nachwelt zugänglich und sorgst dafür, dass nichts verloren geht.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Die Ausbildung kann aber auch verkürzt werden, wenn du schulische Vorbildung, vorangegangene Ausbildungszeiten oder Berufserfahrung hast. Auch bei guten Leistungen in der Ausbildung kannst du frühzeitig zur Prüfung zugelassen werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Träger (öffentlicher Dienst, Privatwirtschaft) und Region. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen (z.B. nach Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes - TVAöD): im ersten Jahr etwa 1.050-1.100 Euro pro Monat, im zweiten Jahr 1.100-1.150 Euro und im dritten Jahr 1.150-1.200 Euro.
Empfohlener Schulabschluss
Für die Ausbildung wird häufig die Hochschulreife (Abitur) oder ein guter mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss) vorausgesetzt. Ein grundsätzliches Interesse an Geschichte ist von Vorteil.
Kenntnisse/Stärken
- Sorgfalt und Genauigkeit
- Interesse an Geschichte und Kultur
- Organisationsgeschick
- Gute Deutsch- und EDV-Kenntnisse
- Systematische und konzentrierte Arbeitsweise
- Verantwortungsbewusstsein
Arbeitszeit
In der Regel feste Arbeitszeiten, wie sie in Büros und Verwaltungen üblich sind (z.B. Montag bis Freitag).
Aufgaben in der Ausbildung
- Übernehmen, Sichten und Bewerten von Schriftgut und anderen Informationsträgern (Akten, Urkunden, Fotos, digitale Daten)
- Erschließung von Archivgut durch Ordnen und Verzeichnen in Datenbanken
- Erstellung von Findbüchern und Online-Findmitteln
- Fachgerechte Lagerung und Konservierung von Archivgut (Bestandserhaltung)
- Beratung und Betreuung von Nutzerinnen und Nutzern im Lesesaal
- Mitwirkung bei der Öffentlichkeitsarbeit, z.B. bei Ausstellungen oder Archivführungen
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Grundlagen des Archiv-, Bibliotheks- und Informationswesens
- Beschaffung, Erschließung und Vermittlung von Medien und Informationen
- Bestandserhaltung und Magazinverwaltung
- Anwendung von Informations- und Kommunikationstechniken
- Rechtsvorschriften (z.B. Archivgesetze, Urheberrecht, Datenschutz)
- Kunden- und benutzerorientiertes Handeln
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September.
Zwischenprüfung: Findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt.
Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildungszeit, bestehend aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Fachwirt/in für Medien- und Informationsdienste
- Studium in Archivwissenschaft, Informationswissenschaft, Bibliotheksmanagement oder Geschichte
- Spezialisierung auf bestimmte Archivsparten (z.B. Wirtschafts-, Kirchen- oder Medienarchive)
- Übernahme von verantwortungsvollen Positionen in Archiven und verwandten Kultureinrichtungen
Good to know
- Du leistest einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des kulturellen Erbes und der historischen Überlieferung.
- Der Beruf verbindet traditionelle historische Arbeit mit modernster digitaler Technik.
- Fachangestellte dieser Richtung sind in kommunalen, staatlichen, kirchlichen, aber auch in Wirtschafts- und Medienarchiven sehr gefragt.
Berufsalltag
Dein Arbeitsalltag findet hauptsächlich in Büros, Lesesälen und Magazinräumen statt. Du arbeitest viel am Computer, um Daten zu erfassen und zu verwalten, hast aber auch direkten Kontakt mit historischen Originaldokumenten. Die Beratung von Historikern, Studierenden oder Familienforschern gehört ebenso zu deinen Aufgaben wie die sorgfältige Pflege der Archivbestände. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)