Als Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik verbindest du ein traditionelles Handwerk mit moderner Technik. Du bist dafür verantwortlich, aus rohen Tierhäuten ein vielseitiges, langlebiges und hochwertiges Material herzustellen, das in der Mode-, Möbel- und Automobilindustrie unverzichtbar ist.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Dein Gehalt ist abhängig von der Region und dem Ausbildungsbetrieb. Durchschnittlich kannst du mit folgender monatlicher Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 850 - 1.050 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 900 - 1.150 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 950 - 1.250 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe jedoch überwiegend Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis
- Interesse an Chemie und biologischen Prozessen
- Körperliche Belastbarkeit und Fitness
- Sorgfältige und genaue Arbeitsweise
- Verantwortungsbewusstsein (Umgang mit Maschinen und Chemikalien)
- Teamfähigkeit
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten orientieren sich an den branchenüblichen Regelungen, oft im Rahmen einer 38- bis 40-Stunden-Woche. Je nach Betrieb kann auch Schichtarbeit erforderlich sein.
Aufgaben in der Ausbildung
- Annahme, Sortierung und Beurteilung von rohen Tierhäuten
- Vorbereitung der Häute in der Wasserwerkstatt (Weichen, Äschern, Entfleischen)
- Bedienung und Überwachung von Maschinen wie Gerbfässern, Spalt- und Falzmaschinen
- Durchführung der verschiedenen Gerbverfahren (z. B. Chrom-, Vegetabil- oder Sämischgerbung)
- Veredelung des Leders durch Färben, Fetten, Trocknen und weitere Zurichtarbeiten
- Durchführung von Qualitätskontrollen während des gesamten Prozesses
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Grundlagen der Chemie und Biologie in der Gerberei
- Materialkunde: Eigenschaften von Tierhäuten, Gerb- und Farbstoffen
- Steuerung und Regelung von Produktionsprozessen
- Maschinen- und Anlagentechnik
- Verfahren der Lederherstellung und -veredelung
- Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Qualitätssicherung
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September eines Jahres.
Zwischenprüfung: Findet etwa zur Hälfte der Ausbildungszeit statt, um deinen aktuellen Wissensstand zu überprüfen.
Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildung legst du eine theoretische und praktische Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum Industriemeister/in der Fachrichtung Lederherstellung
- Weiterbildung zum Techniker/in der Fachrichtung Ledertechnik
- Spezialisierung auf bestimmte Lederarten, Veredelungstechniken oder auf den Bereich Labor und Qualitätssicherung
- Studium, z. B. im Bereich Chemieingenieurwesen (mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung)
Good to know
- Dieser Beruf ist eine seltene, aber gefragte Spezialisierung in der produzierenden Industrie.
- Moderne Gerbereien legen großen Wert auf Nachhaltigkeit und umweltschonende Verfahren.
- Du arbeitest an der Schnittstelle von Naturprodukt, Handwerk und Hightech.
- Als Fachkraft für Lederherstellung bist du eine/r von wenigen Experten auf diesem Gebiet.
Berufsalltag
Dein Arbeitsalltag findet hauptsächlich in Produktionshallen statt. Du bedienst große Maschinen, arbeitest mit Wasser und Chemikalien und begleitest den gesamten Verwandlungsprozess von der rohen Haut bis zum fertigen Leder. Dabei ist sowohl körperlicher Einsatz als auch ein gutes Verständnis für die chemischen Prozesse gefragt. Teamarbeit und die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften sind essenziell. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)