Als Fahrzeuginterieur-Mechaniker/in bist du der/die Experte/in für das Herzstück jedes Fahrzeugs: den Innenraum. Du sorgst dafür, dass alles nicht nur gut aussieht, sondern auch perfekt funktioniert und sicher ist – von der Polsterung der Sitze bis zur Montage komplexer Cockpitsysteme.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Die Ausbildung kann aber auch verkürzt werden, wenn du schulische Vorbildung, vorangegangene Ausbildungszeiten oder Berufserfahrung hast. Auch bei guten Leistungen in der Ausbildung kannst du frühzeitig zur Prüfung zugelassen werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Betrieb und Tarifvertrag (z.B. in der Metall- und Elektroindustrie). Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 980 - 1.150 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 1.030 - 1.200 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 1.100 - 1.290 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe jedoch überwiegend Auszubildende mit einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Handwerkliches Geschick
- Sorgfalt und Präzision
- Technisches Verständnis
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Teamfähigkeit
- Gutes Auge für Formen und Farben
Arbeitszeit
In der Regel arbeitest du in einer 35- bis 40-Stunden-Woche. In Industriebetrieben ist Schichtarbeit üblich.
Aufgaben in der Ausbildung
- Herstellen von Polstern, Sitzbezügen und Formteilen
- Montage von Innenverkleidungen wie Dachhimmel, Türverkleidungen und Teppichböden
- Einbau von Armaturenbrettern, Mittelkonsolen und Sitzen
- Umgang mit verschiedenen Materialien wie Leder, Stoffen, Kunststoffen und Dämmmaterialien
- Anschließen von elektrischen und elektronischen Bauteilen im Interieur
- Qualitätsprüfung der gefertigten und montierten Teile
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Lesen und Anwenden von technischen Zeichnungen und Fertigungsplänen
- Manuelle und maschinelle Bearbeitung von Werkstoffen
- Fügeverfahren wie Nähen, Kleben, Schweißen und Schrauben
- Grundlagen der Fahrzeugelektronik und -pneumatik
- Planung und Steuerung von Arbeitsabläufen
- Qualitätssicherung, Arbeitssicherheit und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung findet dual statt, also im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Sie ist als "gestreckte Abschlussprüfung" aufgebaut.
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September.
Abschlussprüfung Teil 1: Findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und zählt bereits zum Gesamtergebnis.
Abschlussprüfung Teil 2: Am Ende der Ausbildungszeit.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Industriemeister/in Fachrichtung Polsterei
- Weiterbildung zum/zur Techniker/in Fachrichtung Holztechnik oder Kunststoff- und Kautschuktechnik
- Spezialisierung z.B. im Prototypenbau, in der Oldtimer-Restauration oder im Qualitätsmanagement
- Studium, z.B. im Bereich Fahrzeugtechnik oder Innenarchitektur (mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung)
Good to know
- Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit hochmoderner Fertigungstechnik.
- Du arbeitest an den neuesten Fahrzeugmodellen und oft auch an Prototypen für die Autos von morgen.
- Als Fachkraft bist du in der gesamten Fahrzeugindustrie gefragt, vom Pkw-Hersteller über Zulieferer bis hin zu Spezialwerkstätten.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist meist eine moderne Produktions- oder Werkstatthalle. Du arbeitest nach exakten Plänen und Vorgaben, oft im Team mit anderen Fachkräften. Je nach Aufgabe nähst du an einer Industriemaschine, beziehst Sitze von Hand, montierst Verkleidungsteile oder prüfst am Ende die Qualität deiner Arbeit. Präzision ist dabei das A und O. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)