Als Fischwirt/in der Fachrichtung Aquakultur und Binnenfischerei arbeitest du direkt in und mit der Natur. Du bist für die Aufzucht von Fischen, Krebsen und Muscheln verantwortlich, kümmerst dich um die Gesundheit der Bestände, die Qualität der Gewässer und trägst so zur nachhaltigen Erzeugung von Lebensmitteln bei.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Die Ausbildungsvergütung ist tariflich geregelt, kann aber je nach Bundesland und Betrieb variieren. Im Durchschnitt kannst du mit folgendem monatlichen Gehalt rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 700-900 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 800-1.000 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 900-1.100 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen jedoch Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein. Wichtig sind gute Noten in Biologie und Chemie.
Kenntnisse/Stärken
- Interesse an Natur, Tieren und Biologie
- Körperliche Fitness und Belastbarkeit
- Technisches Verständnis (z. B. für Pumpen und Filteranlagen)
- Sorgfältige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
- Wetterfestigkeit und Bereitschaft, im Freien zu arbeiten
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten können unregelmäßig sein und umfassen oft frühe Morgenstunden sowie Arbeit an Wochenenden und Feiertagen, da die Tiere eine ständige Versorgung benötigen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Aufzucht und Haltung von Fischen und anderen Wasserorganismen
- Überwachung der Wasserqualität und der Tiergesundheit
- Fütterung der Bestände und Zusammenstellung des Futters
- Bedienung, Wartung und Reparatur von technischen Anlagen (z. B. Teiche, Becken, Belüftungssysteme)
- Fang, Schlachtung und Verarbeitung der Fische
- Vermarktung und Verkauf der Erzeugnisse
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Biologie der Fische und Wasserorganismen
- Gewässerkunde und Ökologie
- Fischkrankheiten erkennen und behandeln
- Fütterungs- und Haltungstechnik
- Rechtliche Grundlagen (Tierschutz-, Lebensmittel- und Umweltrecht)
- Betriebswirtschaftliche Grundlagen
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September.
Zwischenprüfung: Findet etwa zur Hälfte der Ausbildungszeit statt, um den Kenntnisstand zu überprüfen.
Abschlussprüfung: Am Ende der dreijährigen Ausbildung vor der zuständigen Kammer.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Fischwirtschaftsmeister/in
- Spezialisierung auf bestimmte Bereiche wie ökologische Aquakultur oder Zierfischzucht
- Studium in den Bereichen Aquakultur, Fischereiwissenschaft oder Biologie
- Selbstständigkeit mit einem eigenen Fischzuchtbetrieb
Good to know
- Als Fischwirt/in leistest du einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Ernährung.
- Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit moderner Biotechnologie und Umweltmanagement.
- Du arbeitest die meiste Zeit an der frischen Luft und in direktem Kontakt mit der Natur.
- Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Fisch aus regionaler Zucht steigt stetig.
Berufsalltag
Dein Arbeitsalltag als Fischwirt/in ist abwechslungsreich und stark von den Jahreszeiten geprägt. Du beginnst den Tag oft früh mit der Kontrolle der Teiche und Fütterung der Fische. Du überwachst die Wasserwerte, wartest die Technik, sortierst Fische nach Größe, bereitest sie für den Verkauf vor und berätst Kunden. Körperliche Arbeit im Freien gehört ebenso dazu wie die sorgfältige Dokumentation deiner Tätigkeiten. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)