Als Flachglastechnologe oder Flachglastechnologin bist du der Experte, wenn es um die Bearbeitung des faszinierenden Werkstoffs Glas geht. Du lernst, wie man aus rohen Glasplatten durch Schneiden, Schleifen, Bohren und Veredeln präzise Bauteile für Fassaden, Fenster, Möbel oder Fahrzeuge herstellt und dabei moderne, computergesteuerte Maschinen bedienst.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt ist tariflich geregelt und variiert je nach Bundesland und Betrieb. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: ca. 900 - 1.100 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: ca. 1.000 - 1.200 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: ca. 1.100 - 1.300 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe jedoch überwiegend Auszubildende mit einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Technisches Verständnis und Interesse an Maschinen
- Handwerkliches Geschick
- Sorgfalt und Genauigkeit
- Gutes räumliches Vorstellungsvermögen
- Grundlegende mathematische und physikalische Kenntnisse
- Teamfähigkeit
Arbeitszeit
Die Arbeitszeit findet in der Regel werktags statt. In größeren Industriebetrieben kann auch Schichtarbeit üblich sein.
Aufgaben in der Ausbildung
- Lesen und Anwenden von technischen Zeichnungen
- Zuschneiden von Glasplatten an manuellen und computergesteuerten (CNC) Anlagen
- Bearbeitung von Glaskanten durch Schleifen, Säumen und Polieren
- Veredelung von Glasoberflächen (z. B. durch Sandstrahlen, Ätzen, Bedrucken)
- Herstellung von Isolierglas und Verbundsicherheitsglas
- Durchführung von Qualitätskontrollen
- Wartung und Pflege der Maschinen und Werkzeuge
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Werkstoffkunde: Eigenschaften und Arten von Glas
- Manuelle Bearbeitungstechniken (Schneiden, Brechen, Schleifen)
- Maschinelle Bearbeitung und CNC-Technik
- Verfahren der Glasveredelung
- Herstellung von Mehrscheiben-Isolierglas und Sicherheitsglas
- Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung erfolgt dual, das heißt, du lernst abwechselnd im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise am 1. August oder 1. September.
Zwischenprüfung: Findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt.
Abschlussprüfung: Am Ende der dreijährigen Ausbildung legst du die Gesellenprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Industriemeister/in der Fachrichtung Glas
- Weiterbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Glastechnik
- Spezialisierung auf Bereiche wie CNC-Programmierung, Glasgestaltung oder Qualitätsmanagement
- Mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung: Studium im Bereich Werkstoffwissenschaften
Good to know
- Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit modernster, computergesteuerter Technologie.
- Glas ist ein vielseitiger und nachhaltiger Werkstoff, der in Architektur, Fahrzeugbau und Design unersetzlich ist.
- Als Fachkraft in der Glasindustrie hast du sehr gute Zukunftsaussichten.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist meist die Werkhalle. Dort bedienst du teils große Maschinen, richtest sie ein und überwachst den Fertigungsprozess. Präzision ist entscheidend, denn schon kleinste Fehler können das teure Material unbrauchbar machen. Du arbeitest im Team mit Kollegen und sorgst für einen reibungslosen Produktionsablauf. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)