Als Flechtwerkgestalter/in verbindest du traditionelles Handwerk mit kreativem Design. Du entwirfst und fertigst einzigartige Korbwaren, stilvolle Möbel und kunstvolle Objekte aus natürlichen Materialien und berätst Kunden bei der Auswahl und Gestaltung.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Die Ausbildung kann aber auch verkürzt werden, wenn du schulische Vorbildung, vorangegangene Ausbildungszeiten oder Berufserfahrung hast. Auch bei guten Leistungen in der Ausbildung kannst du frühzeitig zur Prüfung zugelassen werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Betrieb und Region. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Ausbildungsvergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 650 - 800 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 750 - 900 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 850 - 1.050 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen jedoch Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit
- Kreativität und Sinn für Ästhetik
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Sorgfalt und Geduld
- Körperliche Belastbarkeit
- Kundenorientierung
Arbeitszeit
In der Regel reguläre Arbeitszeiten in der Werkstatt. Je nach Auftragslage kann es auch zu flexiblen Arbeitszeiten kommen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Vorbereitung von Flechtmaterialien wie Weiden, Rattan und Peddigrohr
- Erlernen und Anwenden verschiedener Flechttechniken
- Entwurf und Herstellung von Körben, Möbeln und anderen Flechtwerken
- Reparatur und Restaurierung von alten Flechtobjekten
- Beratung von Kunden und Umsetzung individueller Wünsche
- Behandlung von Oberflächen (z.B. durch Beizen, Ölen oder Lackieren)
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Werkstoffkunde (Eigenschaften verschiedener Flechtmaterialien)
- Umgang mit Werkzeugen und Geräten
- Entwurfszeichnen und Gestaltungsgrundlagen
- Traditionelle und moderne Flechttechniken
- Reparatur- und Restaurierungstechniken
- Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September.
Zwischenprüfung: Findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt, um deinen aktuellen Wissensstand zu überprüfen.
Abschlussprüfung/Gesellenprüfung: Am Ende der Ausbildungszeit.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Korbmachermeister/in
- Weiterbildung zum/zur Gestalter/in im Handwerk
- Spezialisierung auf Bereiche wie Möbeldesign, Restaurierung oder künstlerische Objekte
- Selbstständigkeit mit einer eigenen Werkstatt oder einem eigenen Atelier
Good to know
- Es ist eines der ältesten Handwerke der Menschheit, das heute eine Renaissance erlebt.
- Der Beruf ist ideal für kreative Menschen, die gerne mit natürlichen und nachhaltigen Materialien arbeiten.
- Als Flechtwerkgestalter/in schaffst du langlebige und individuelle Unikate.
- Es ist ein Nischenberuf, in dem qualifizierte Fachkräfte sehr gefragt sind.
Berufsalltag
Im Berufsalltag eines/einer Flechtwerkgestalters/in steht die praktische Arbeit mit den Händen im Mittelpunkt. Du wählst die passenden Materialien aus, bereitest sie vor und fertigst daraus nach eigenen oder fremden Entwürfen verschiedenste Produkte. Das kann ein klassischer Weidenkorb, ein moderner Rattansessel oder ein kunstvolles Deko-Objekt sein. Auch die Reparatur von beschädigten Stücken und die Beratung von Kunden gehören zu deinen täglichen Aufgaben. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)