Als Fluggerätmechaniker/in der Fachrichtung Fertigungstechnik bist du die Person, die Flugzeuge und Hubschrauber Stück für Stück entstehen lässt. Du fertigst mit höchster Präzision einzelne Bauteile an und fügst sie zu komplexen Baugruppen zusammen, die später das Rückgrat eines jeden Luftfahrzeugs bilden.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre. Eine Verkürzung ist bei entsprechender schulischer Vorbildung (z.B. Abitur) oder bei sehr guten Leistungen während der Ausbildung und in der Berufsschule möglich.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt ist meist tariflich geregelt (z.B. durch die IG Metall) und gehört zu den höheren Ausbildungsvergütungen. Im Durchschnitt kannst du mit folgenden monatlichen Bruttogehältern rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 1.000 - 1.150 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 1.050 - 1.200 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 1.100 - 1.300 Euro
- 4. Ausbildungsjahr: 1.150 - 1.350 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Unternehmen jedoch überwiegend Auszubildende mit einem guten mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) oder der (Fach-)Hochschulreife ein.
Kenntnisse/Stärken
- Hohes technisches Verständnis
- Handwerkliches Geschick und Präzision
- Großes Verantwortungsbewusstsein
- Sorgfältige und genaue Arbeitsweise
- Gute Kenntnisse in Mathematik und Physik
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Teamfähigkeit
- Englischkenntnisse (technische Dokumentationen sind oft auf Englisch)
Arbeitszeit
In der Regel arbeitest du in einer 35- bis 40-Stunden-Woche. In größeren Industriebetrieben ist Schichtarbeit üblich.
Aufgaben in der Ausbildung
- Herstellen von Bauteilen und Baugruppen für Fluggeräte
- Lesen und Anwenden von technischen Zeichnungen und Vorschriften
- Bearbeiten von Metallen und Faserverbundwerkstoffen (z.B. Carbon)
- Anwenden von Fügetechniken wie Nieten, Schrauben und Kleben
- Bedienen und Programmieren von computergesteuerten (CNC-)Maschinen
- Durchführen von Qualitätskontrollen und Dokumentation der Arbeitsschritte
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Werkstoffkunde (Metalle, Kunststoffe, Verbundwerkstoffe)
- Manuelle und maschinelle Fertigungsverfahren
- Aerodynamik und Flugzeugbau
- Qualitätssicherungssysteme in der Luftfahrt
- Elektrische und elektronische Grundlagen
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise im August oder September.
Abschlussprüfung Teil 1: Findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt und zählt bereits zum Gesamtergebnis.
Abschlussprüfung Teil 2: Am Ende der Ausbildungszeit.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Industriemeister/in Fachrichtung Flugzeugbau/Luftfahrttechnik
- Fortbildung zum/zur staatlich geprüften Techniker/in der Fachrichtung Luftfahrttechnik
- Studium, z.B. im Bereich Luft- und Raumfahrttechnik oder Maschinenbau
- Spezialisierung auf bestimmte Fertigungsverfahren, Werkstoffe oder Qualitätssicherung
Good to know
- Du arbeitest an der absoluten Spitze der technologischen Entwicklung.
- Deine Arbeit ist entscheidend für die Sicherheit von Millionen von Flugpassagieren.
- Der Beruf bietet hervorragende Zukunftsaussichten in einer globalen Hightech-Branche.
- Du bist Teil eines Teams, das beeindruckende Maschinen baut.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist meist eine große, saubere Fertigungshalle. Du arbeitest im Team nach exakten Plänen und Vorgaben. Mit modernsten Maschinen und Werkzeugen fertigst du Bauteile, die auf den Mikrometer genau passen müssen. Jeder Arbeitsschritt wird von dir sorgfältig geprüft und dokumentiert, denn in der Luftfahrt hat Sicherheit oberste Priorität. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)