Als Gärtner/in der Fachrichtung Gemüsebau bist du Experte für den Anbau von frischem und gesundem Gemüse. Du arbeitest mit der Natur, nutzt moderne Technik und begleitest die Pflanzen vom kleinen Samen bis zur erntereifen Frucht.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Bei guten schulischen Vorleistungen (z.B. Abitur) oder überdurchschnittlichen Leistungen während der Ausbildung kann die Dauer auf 2,5 oder sogar 2 Jahre verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Bundesland und Betrieb. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Ausbildungsvergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 700 - 950 €
- 2. Ausbildungsjahr: 750 - 1.050 €
- 3. Ausbildungsjahr: 850 - 1.150 €
Empfohlener Schulabschluss
Für die Ausbildung zum/zur Gärtner/in wird rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorausgesetzt. In der Praxis stellen Betriebe jedoch überwiegend Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Interesse an Pflanzen und Natur
- Körperliche Belastbarkeit und Freude an der Arbeit im Freien
- Technisches Verständnis (für Maschinen und Bewässerungsanlagen)
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
- Teamfähigkeit
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten sind oft saisonabhängig und können in den Sommermonaten länger sein. Ein früher Arbeitsbeginn ist in diesem Beruf üblich, um die kühleren Morgenstunden zu nutzen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Vorbereitung von Böden und Substraten für den Anbau
- Aussaat, Pflanzung und Pflege verschiedener Gemüsekulturen
- Durchführung von Düngungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen (oft auch biologisch)
- Bedienung und Wartung von gärtnerischen Maschinen und Geräten
- Ernte, Sortierung, Verpackung und Lagerung der Erzeugnisse
- Kundenberatung und Verkauf der Produkte
- Du lernst auch, dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsinhalte
- Botanik und Pflanzenphysiologie
- Bodenkunde und Substratlehre
- Anbauplanung und Kultursteuerung im Freiland und im Gewächshaus
- Erntetechnik und Qualitätsmanagement
- Grundlagen der Betriebsführung und Vermarktung
- Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Gartenbau
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise zum 1. August oder 1. September eines Jahres.
Zwischenprüfung: Findet in der Regel zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres statt, um den aktuellen Kenntnisstand zu überprüfen.
Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildung findet die Gesellenprüfung statt, die aus einem praktischen und einem theoretischen Teil besteht.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Gärtnermeister/in
- Weiterbildung zum/zur Techniker/in im Gartenbau
- Studium der Gartenbauwissenschaften oder Agrarwissenschaften (mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung)
- Spezialisierung auf biologischen Anbau, besondere Kulturen oder Direktvermarktung
- Selbstständigkeit mit einem eigenen Gärtnereibetrieb
Good to know
- Du trägst direkt zur Erzeugung gesunder, regionaler Lebensmittel bei.
- Der Beruf verbindet traditionelles Wissen mit modernster Technik wie computergesteuerten Gewächshäusern.
- Als Gärtner/in im Gemüsebau arbeitest du im Rhythmus der Jahreszeiten und erlebst die Natur hautnah.
- Die Branche ist krisensicher, denn frisches Gemüse wird immer gebraucht.
Berufsalltag
Dein Arbeitsalltag ist abwechslungsreich und findet sowohl im Freien auf dem Feld als auch in Gewächshäusern statt. Du bedienst Traktoren und andere Maschinen, ziehst Jungpflanzen an, kümmerst dich um das Wachstum der Kulturen und erntest am Ende die fertigen Produkte. Teamarbeit ist dabei genauso wichtig wie selbstständiges Handeln. Der Kontakt zu Kunden bei der Direktvermarktung kann ebenfalls Teil deines Alltags sein. Während deiner Ausbildung musst du auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)