Als Gerüstbauer/in bist du der/die Spezialist/in für sicheres Arbeiten in der Höhe. Du baust komplexe Gerüstkonstruktionen auf und ab, damit andere Handwerker wie Maler, Maurer oder Dachdecker ihre Arbeit an Fassaden, Brücken oder Industrieanlagen sicher ausführen können.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt im Gerüstbauhandwerk ist tariflich geregelt und gehört zu den höchsten im Baugewerbe. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: ca. 950 - 1.050 €
- 2. Ausbildungsjahr: ca. 1.150 - 1.250 €
- 3. Ausbildungsjahr: ca. 1.400 - 1.500 €
Empfohlener Schulabschluss
Für die Ausbildung zum/zur Gerüstbauer/in wird in der Regel ein Hauptschulabschluss vorausgesetzt. Wichtiger als der Schulabschluss sind jedoch körperliche Fitness und handwerkliches Interesse.
Kenntnisse/Stärken
- Schwindelfreiheit und Höhentauglichkeit
- Körperliche Fitness und Kraft
- Handwerkliches Geschick
- Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Verantwortungsbewusstsein und Umsicht
Arbeitszeit
Die Arbeitszeit orientiert sich an den üblichen Zeiten auf dem Bau, was oft einen frühen Arbeitsbeginn bedeutet. Gearbeitet wird meistens im Freien und bei jeder Witterung.
Aufgaben in der Ausbildung
- Auswahl und Transport von Gerüstbauteilen zur Baustelle
- Lesen von technischen Zeichnungen und Montageplänen
- Aufbau, Umbau und Abbau von System-, Spezial- und Traggerüsten
- Sichere Verankerung der Gerüste am Bauwerk
- Durchführung von Sicherheitsüberprüfungen und Wartungsarbeiten
- Lagerung und Instandhaltung der Gerüstmaterialien
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Unterschiedliche Gerüstsysteme und ihre Bauteile
- Grundlagen der Statik und Lastenberechnung
- Sicherheitsvorschriften und Unfallverhütung
- Materialkunde (Stahl, Aluminium)
- Aufmaß und Mengenberechnung
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung findet dual statt, d.h. du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Ergänzt wird dies durch überbetriebliche Lehrgänge, in denen spezielle Fertigkeiten vermittelt werden.
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September.
Zwischenprüfung: Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres.
Abschluss-/Gesellenprüfung: Am Ende der Ausbildungszeit.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Kolonnenführer/in
- Meisterprüfung zum/zur Gerüstbaumeister/in
- Techniker/in der Fachrichtung Bautechnik
- Selbstständigkeit mit einem eigenen Gerüstbaubetrieb
Good to know
- Der Beruf des Gerüstbauers ist krisensicher, denn gebaut wird immer.
- Du arbeitest stets im Team und kannst dich auf deine Kollegen verlassen.
- Du bist körperlich aktiv, arbeitest an der frischen Luft und siehst jeden Tag, was du geschafft hast.
Berufsalltag
Dein Arbeitsalltag als Gerüstbauer/in ist abwechslungsreich und findet fast ausschließlich im Freien statt. Gemeinsam im Team fahrt ihr zur Baustelle, ladet das Material ab und beginnt mit dem Aufbau des Gerüsts. Dabei ist präzise und sichere Arbeit gefragt, denn die Sicherheit aller auf der Baustelle hängt von eurer Arbeit ab. Körperliche Anstrengung und Teamwork prägen den Tag. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)