Als Glaser/in der Fachrichtung Verglasung und Glasbau bist du der/die Experte/in für den Werkstoff Glas. Du schneidest, bearbeitest und montierst Glasprodukte für Fenster, Türen, Fassaden und den Innenausbau und verbindest dabei traditionelles Handwerk mit modernster Technik.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung (Abitur) oder besonders guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt ist abhängig vom Bundesland und davon, ob der Betrieb tarifgebunden ist. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 650 - 850 Euro pro Monat
- 2. Ausbildungsjahr: 750 - 950 Euro pro Monat
- 3. Ausbildungsjahr: 850 - 1.100 Euro pro Monat
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen jedoch Bewerber/innen mit einem guten Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Handwerkliches Geschick und eine ruhige Hand
- Sorgfalt und Präzision
- Gutes räumliches Vorstellungsvermögen
- Körperliche Fitness und Belastbarkeit
- Technisches Verständnis
- Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
Arbeitszeit
Die Arbeitszeit richtet sich nach den betriebsüblichen Zeiten. Meistens arbeitest du von Montag bis Freitag. Je nach Auftragslage und bei Notfällen (z.B. Reparaturverglasungen) kann auch Arbeit am Wochenende oder außerhalb der regulären Zeiten anfallen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Zuschneiden und Bearbeiten von Flachglas (schleifen, bohren, polieren)
- Herstellung und Montage von Fenstern, Türen und Fassaden aus Glas
- Anfertigung von Spiegeln, Vitrinen und Glasmöbeln
- Durchführung von Reparatur- und Notverglasungen
- Einbau von Duschkabinen und Ganzglasanlagen
- Kundenberatung zu verschiedenen Glasarten und deren Eigenschaften
- Du lernst auch, dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsinhalte
- Grundlagen der Glasherstellung und -verarbeitung
- Lesen und Anfertigen von technischen Zeichnungen
- Umgang mit Werkzeugen, Geräten und Maschinen der Glasbearbeitung
- Konstruktiver Glasbau und Montagetechniken
- Werkstoffkunde (verschiedene Glasarten wie Isolierglas, Sicherheitsglas)
- Vorschriften zu Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: In der Regel zum 1. August oder 1. September eines Jahres.
Zwischenprüfung: Findet zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt, um den aktuellen Kenntnisstand zu überprüfen.
Abschluss-/Gesellenprüfung: Am Ende der Ausbildung legst du die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer (HWK) ab.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Glasermeister/in
- Weiterbildung zum/zur staatlich geprüften Techniker/in (Fachrichtung Glastechnik)
- Spezialisierung z.B. auf Kunstverglasung, Glasfassadenbau oder Restauration
- Studium, z.B. im Bereich Bauingenieurwesen oder Architektur (mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung)
- Gründung eines eigenen Betriebs
Good to know
- Der Beruf des Glasers ist einer der ältesten Handwerksberufe und zugleich hochmodern.
- Du arbeitest mit einem nachhaltigen und vielseitigen Werkstoff, der in der modernen Architektur unverzichtbar ist.
- Als Glaser/in trägst du maßgeblich zur Energieeffizienz und Sicherheit von Gebäuden bei.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist abwechslungsreich: Du bist sowohl in der Werkstatt als auch direkt beim Kunden vor Ort auf Baustellen. In der Werkstatt bereitest du die Glaselemente vor, schneidest sie zu und bearbeitest die Kanten. Auf der Baustelle montierst du dann die fertigen Teile, oft im Team und manchmal auch in luftiger Höhe. Präzision und Sicherheit sind dabei deine ständigen Begleiter. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)