Glasmacher/innen stellen aus einer heißen, zähflüssigen Masse Glasprodukte her, indem sie das Glas durch Blasen, Pressen oder Ziehen formen.

Ausbildung Glasmacher/Glasmacherin

Glasmacher/innen stellen aus einer heißen, zähflüssigen Masse Glasprodukte her, indem sie das Glas durch Blasen, Pressen oder Ziehen formen.

Als Glasmacher/in erweckst du das faszinierende Material Glas zum Leben und formst aus der glühenden Masse mit traditionellen Techniken und modernen Verfahren beeindruckende Produkte – von kunstvollen Vasen bis zu präzisen Laborgläsern.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung zum/zur Glasmacher/in dauert 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen wie einer entsprechenden schulischen Vorbildung oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.

Gehalt (Ausbildungsvergütung)

Das Gehalt ist oft tariflich geregelt und kann je nach Bundesland und Betrieb variieren. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen: Im ersten Jahr etwa 850-1.050 Euro pro Monat, im zweiten Jahr 900-1.100 Euro und im dritten Jahr 950-1.200 Euro.

Empfohlener Schulabschluss

Ein Hauptschulabschluss oder ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ist eine gute Grundlage für den Start in diese Ausbildung.

Kenntnisse/Stärken

  • Handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit
  • Kreativität und ein gutes Gespür für Formen
  • Technisches Verständnis
  • Körperliche Belastbarkeit und Hitzebeständigkeit
  • Gute Auge-Hand-Koordination
  • Sorgfältige und genaue Arbeitsweise

Arbeitszeit

Die Arbeitszeiten sind oft durch Schichtdienst geregelt, da die Schmelzöfen rund um die Uhr in Betrieb sind. Du solltest also bereit sein, auch früh oder spät zu arbeiten.

Aufgaben in der Ausbildung

  • Herstellung des Gemenges (Mischung der Rohstoffe)
  • Bedienung und Überwachung der Schmelzöfen
  • Formgebung des heißen Glases mittels Glasmacherpfeife, in Formen oder durch Pressen
  • Veredelung der Glasoberflächen (z.B. Schleifen, Gravieren, Polieren)
  • Durchführung von Qualitätskontrollen
  • Wartung der Werkzeuge und Maschinen
  • Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido

Ausbildungsinhalte

  • Werkstoffkunde: Eigenschaften und Zusammensetzung von Glas
  • Thermische und manuelle Formgebungsverfahren
  • Veredelungstechniken
  • Steuerungs- und Regelungstechnik für Anlagen
  • Planung und Vorbereitung von Arbeitsabläufen
  • Arbeitssicherheit und Umweltschutz im Umgang mit hohen Temperaturen

Ausbildungsablauf

Ausbildungsbeginn: Üblicherweise zum 1. August oder 1. September eines Jahres.

Zwischenprüfung: Findet zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres statt, um deinen Kenntnisstand zu überprüfen.

Abschlussprüfung: Am Ende der 3-jährigen Ausbildung legst du die Gesellenprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab.

Karrieremöglichkeiten

  • Weiterbildung zum/zur Industriemeister/in Fachrichtung Glas
  • Weiterbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Glastechnik
  • Studium, z.B. in den Bereichen Werkstoffwissenschaft oder Produktdesign
  • Spezialisierung auf Bereiche wie Kunstglas, Flachglas oder technisches Glas
  • Selbstständigkeit mit einer eigenen Glashütte oder einem Atelier

Good to know

  • Der Beruf des Glasmachers ist eines der ältesten Handwerke der Welt und verbindet Tradition mit moderner Technologie.
  • Du schaffst mit deinen Händen einzigartige und langlebige Produkte.
  • Als Fachkraft bist du in einer Nischenbranche tätig, in der Spezialisten sehr gefragt sind.

Berufsalltag

Dein Arbeitsalltag ist geprägt von der Arbeit am heißen Ofen. Du bereitest die Rohstoffmischung vor, entnimmst die glühende Glasmasse und formst sie konzentriert zu dem gewünschten Produkt. Teamarbeit ist dabei essenziell, da viele Arbeitsschritte Hand in Hand gehen. Präzision und ein gutes Timing sind entscheidend für das Gelingen. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.

Ausbildungsnachweis

Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.

Offizielle Informationen und Dokumente

Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf. So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.

Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.

BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild, Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite

Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)

Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)

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