Als Hochbaufacharbeiter/in bist du von Anfang an dabei, wenn ein neues Gebäude entsteht. Du bist der/die Experte/in für den Rohbau und schaffst mit deinen Händen die Grundlage für Häuser, Schulen oder Bürokomplexe, indem du Wände mauerst, Betonteile herstellst und Fundamente legst.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert 2 Jahre. Sie ist Teil einer Stufenausbildung in der Bauwirtschaft. Nach erfolgreichem Abschluss kannst du in einem weiteren Ausbildungsjahr einen darauf aufbauenden Abschluss erwerben, zum Beispiel als Maurer/in oder Beton- und Stahlbetonbauer/in.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt ist im Baugewerbe tariflich geregelt und variiert je nach Bundesland. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 880 bis 940 Euro pro Monat
- 2. Ausbildungsjahr: 1.090 bis 1.230 Euro pro Monat
Empfohlener Schulabschluss
Ein Hauptschulabschluss ist eine gute Grundlage für die Ausbildung zum/zur Hochbaufacharbeiter/in. Grundsätzlich ist aber kein bestimmter Schulabschluss gesetzlich vorgeschrieben.
Kenntnisse/Stärken
- Handwerkliches Geschick
- Körperliche Fitness und Belastbarkeit
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Teamfähigkeit
- Sorgfalt und Genauigkeit
- Schwindelfreiheit
Arbeitszeit
Die Arbeitszeit orientiert sich an den üblichen Zeiten im Baugewerbe, oft mit einem frühen Arbeitsbeginn. Die Arbeit findet überwiegend im Freien und direkt auf der Baustelle statt.
Aufgaben in der Ausbildung
- Einrichten, Sichern und Räumen von Baustellen
- Lesen und Anwenden von Bauplänen und Zeichnungen
- Herstellen von Fundamenten und Bodenplatten
- Mauern von Wänden aus Ziegeln, Kalksandsteinen oder Porenbetonsteinen
- Anfertigen von Schalungen für Betonbauteile
- Einbau von Dämm- und Isoliermaterialien
- Durchführen von einfachen Vermessungsarbeiten
Ausbildungsinhalte
- Umgang mit Werkzeugen, Geräten und Baumaschinen
- Kenntnisse über verschiedene Baustoffe wie Beton, Mörtel, Ziegel und deren Eigenschaften
- Herstellen von Bauteilen aus Beton, Stahlbeton und Mauerwerk
- Grundlagen des Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzes
- Vorschriften zu Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz auf der Baustelle
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung findet dual statt, das heißt im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Ergänzt wird dies durch überbetriebliche Lehrgänge in Ausbildungszentren der Bauwirtschaft, um praktische Fertigkeiten zu vertiefen.
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September.
Zwischenprüfung: Findet am Ende des ersten Ausbildungsjahres statt.
Abschlussprüfung: Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres vor der zuständigen Kammer (HWK oder IHK).
Karrieremöglichkeiten
- Fortsetzung der Ausbildung zum/zur Maurer/in, Beton- und Stahlbetonbauer/in oder Feuerungs- und Schornsteinbauer/in (1 weiteres Jahr)
- Weiterbildung zum/zur Vorarbeiter/in oder Polier/in
- Ablegen der Meisterprüfung (z.B. als Maurermeister/in)
- Weiterbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Bautechnik
- Studium im Bereich Bauingenieurwesen (mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung)
Good to know
- Du siehst am Ende des Tages, was du mit deinen Händen geschaffen hast.
- Der Beruf ist krisensicher, denn gebaut wird immer.
- Als Fachkraft im Hochbau arbeitest du meist im Team an der frischen Luft.
- Die Stufenausbildung bietet dir Flexibilität für deine berufliche Zukunft.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist die Baustelle. Gemeinsam im Team errichtest du den Rohbau eines Gebäudes. Dein Tag beginnt oft früh. Du bereitest Materialien vor, bedienst Maschinen wie Betonmischer, mauerst Wände oder baust Schalungen auf. Dabei ist Präzision nach Bauplan genauso wichtig wie körperlicher Einsatz und die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)