Als Hörakustiker/in hilfst du Menschen mit Hörproblemen, wieder besser am Leben teilzunehmen. Du kombinierst technisches Know-how mit Einfühlungsvermögen, um die optimale Hörlösung für jeden Kunden zu finden und anzupassen.
Dauer der Ausbildung
Die duale Ausbildung zum/zur Hörakustiker/in dauert 3 Jahre. Bei guten schulischen Leistungen oder einer entsprechenden Vorbildung kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Dein Gehalt während der Ausbildung variiert je nach Betrieb und Bundesland. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 650 - 950 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 700 - 1.000 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 800 - 1.150 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen jedoch Auszubildende mit einem mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) oder Abitur ein.
Kenntnisse/Stärken
- Einfühlungsvermögen und Kommunikationsstärke
- Technisches Verständnis und Interesse an Physik
- Handwerkliches Geschick und Feinmotorik
- Sorgfältige und präzise Arbeitsweise
- Geduld und Verantwortungsbewusstsein
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten orientieren sich in der Regel an den Öffnungszeiten des Fachgeschäfts, meist von Montag bis Freitag und gelegentlich auch am Samstag.
Aufgaben in der Ausbildung
- Durchführung von Hörtests (Audiometrie) zur Bestimmung des Hörvermögens
- Beratung von Kunden bei der Auswahl passender Hörgeräte und Zubehör
- Anfertigung von Abformungen des Gehörgangs für individuelle Ohrpassstücke (Otoplastiken)
- Programmierung und Feinanpassung von Hörsystemen mittels Computer
- Durchführung von Wartungs- und Reparaturarbeiten
- Einweisung der Kunden in die Handhabung und Pflege ihrer Hörhilfen
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Anatomie, Physiologie und Pathologie des Ohres
- Grundlagen der Akustik, Psychoakustik und Messtechnik
- Hörsystemtechnologie und Otoplastik
- Beratungs- und Verkaufsgespräche führen
- Administrative Tätigkeiten und Qualitätsmanagement
- Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung findet dual statt. Den praktischen Teil lernst du im Ausbildungsbetrieb, einem Hörakustik-Fachgeschäft. Der theoretische Unterricht erfolgt in Blockform an der Bundesoffenen Landesberufsschule für Hörakustiker in Lübeck, der einzigen Berufsschule für diesen Beruf in Deutschland.
Gesellenprüfung Teil 1: Findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt.
Gesellenprüfung Teil 2: Bildet den Abschluss deiner Ausbildung am Ende des dritten Jahres.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Hörakustikmeister/in zur Leitung eines Geschäfts oder zur Selbstständigkeit
- Spezialisierung, z.B. auf Pädakustik (Kinderversorgung) oder Tinnitus-Beratung
- Studium in Bereichen wie Hörtechnik und Audiologie oder Medizintechnik
- Tätigkeit in der Industrie bei Hörgeräteherstellern oder in der Forschung
Good to know
- Der Beruf des Hörakustikers ist ein zukunftssicheres Gesundheitshandwerk.
- Du leistest einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität deiner Kunden.
- Der Beruf verbindet auf einzigartige Weise Medizintechnik, Handwerk und den direkten Kontakt mit Menschen.
Berufsalltag
Dein Arbeitsalltag ist abwechslungsreich und findet hauptsächlich im Fachgeschäft statt. Du wechselst zwischen direkten Kundengesprächen im Anpassraum, handwerklicher Arbeit im Labor und administrativen Aufgaben im Büro. Jeder Kunde ist anders, was jeden Tag zu einer neuen, spannenden Herausforderung macht. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)