Als Holzblasinstrumentenmacher/in verbindest du kunstvolles Handwerk mit musikalischer Leidenschaft und technischer Präzision. Du fertigst, reparierst und restaurierst Holzblasinstrumente wie Klarinetten, Flöten, Oboen, Fagotte oder Saxofone und sorgst dafür, dass sie ihren einzigartigen Klang entfalten.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung (Abitur) oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Die Ausbildungsvergütung ist von der Region und dem Ausbildungsbetrieb abhängig. Durchschnittlich kannst du mit folgendem monatlichen Gehalt rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 700 - 900 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 800 - 1.000 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 900 - 1.150 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe jedoch bevorzugt Auszubildende mit einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Handwerkliches Geschick und Feinmotorik
- Musikalisches Gehör und Musikalität
- Geduld, Sorgfalt und hohe Konzentrationsfähigkeit
- Technisches und physikalisches Verständnis
- Räumliches Vorstellungsvermögen
Arbeitszeit
Die Arbeitszeit orientiert sich an den üblichen Werkstattzeiten, in der Regel von Montag bis Freitag. Gelegentlich kann es bei dringenden Reparaturen für Musiker oder bei Messeteilnahmen zu Arbeit am Wochenende kommen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Bearbeitung von Werkstoffen wie Holz, Metall und Kunststoff
- Herstellung von Einzelteilen für Instrumente (z.B. Korpus, Klappenmechanik)
- Zusammenbau und Montage der Instrumente
- Durchführung von Reparaturen, Wartungen und Generalüberholungen
- Intonation und Stimmung der fertigen Instrumente
- Beratung von Kunden und Musikern
- Du lernst auch, dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsinhalte
- Werkstoffkunde (Eigenschaften von Grenadill-, Buchsbaumholz etc.)
- Umgang mit handgeführten Werkzeugen und stationären Maschinen
- Anfertigung technischer Zeichnungen und Skizzen
- Grundlagen der Akustik und Instrumentenkunde
- Techniken der Oberflächenbehandlung (Beizen, Lackieren, Polieren)
- Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise am 1. August oder 1. September eines Jahres.
Zwischenprüfung: Findet in der Regel zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres statt, um den aktuellen Kenntnisstand zu überprüfen.
Gesellenprüfung: Am Ende der dreijährigen Ausbildung legst du die Gesellenprüfung ab, die aus einem praktischen und einem theoretischen Teil besteht.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Holzblasinstrumentenmachermeister/in
- Spezialisierung auf bestimmte Instrumente (z.B. historische Instrumente)
- Gründung einer eigenen Werkstatt
- Tätigkeit im Verkauf oder in der Produktentwicklung bei Herstellern
- Studium im Bereich Musikinstrumentenbau oder Restaurierung
Good to know
- Dieser Beruf verbindet jahrhundertealte Handwerkstradition mit modernster Technik.
- Du arbeitest eng mit Künstlern und Musikern zusammen und trägst direkt zu deren Erfolg bei.
- Als ausgebildete Fachkraft bist du in einer Nischenbranche mit international guten Berufsaussichten tätig.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist die Werkstatt. Hier verbringst du den Großteil deines Tages mit filigranen und präzisen Arbeiten. Du sägst, feilst, bohrst und polierst, montierst winzige Klappen und testest den Klang der Instrumente. Der Kontakt zu Kunden, oft professionelle Musiker, die ihr wertvolles Instrument zur Reparatur bringen, gehört ebenfalls zu deinem Alltag. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)