Als Kunststoff- und Kautschuktechnologe/-technologin der Fachrichtung Compound- und Masterbatchherstellung bist du ein/e wichtige/r Spezialist/in in der Kunststoffindustrie. Du stellst die Rohstoffe her, aus denen unzählige Produkte des täglichen Lebens entstehen, indem du Kunststoffe mit Farben und Zusatzstoffen veredelst.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen wie einer entsprechenden schulischen Vorbildung oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Die Ausbildungsvergütung ist tariflich geregelt und variiert je nach Bundesland und Betrieb. Im Durchschnitt kannst du mit folgendem monatlichen Gehalt rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 950 - 1.150 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 1.000 - 1.200 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 1.050 - 1.300 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) wird empfohlen. Gute Noten in den Fächern Chemie, Physik und Mathematik sind von Vorteil.
Kenntnisse/Stärken
- Interesse an Chemie und Technik
- Sorgfältige und genaue Arbeitsweise
- Verantwortungsbewusstsein
- Handwerkliches Geschick
- Teamfähigkeit
- Technisches Verständnis für große Maschinen
Arbeitszeit
In der Industrie ist Schichtarbeit (Früh-, Spät- und Nachtschicht) üblich, da die Produktionsanlagen oft rund um die Uhr laufen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Einrichten, Bedienen und Überwachen von Produktionsanlagen wie Extrudern, Mischern und Granulieranlagen
- Herstellen von Kunststoffmischungen (Compounds) und Farbkonzentraten (Masterbatches) nach exakten Rezepturen
- Abwiegen und Dosieren von Rohstoffen, Additiven und Farbpigmenten
- Durchführen von Qualitätskontrollen an Rohstoffen und Endprodukten im Labor
- Wartung, Pflege und Reinigung der Maschinen
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Werkstoffkunde: Eigenschaften und Verhalten von Kunststoffen und Kautschuk
- Verfahrenstechnik: Grundlagen der Extrusion, Compoundierung und Granulierung
- Anlagen- und Steuerungstechnik: Aufbau und Funktion von Produktionsanlagen
- Qualitätssicherung und Prüftechnik
- Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September.
Zwischenprüfung: Findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt, um den Lernfortschritt zu überprüfen.
Abschlussprüfung: Die Ausbildung endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK).
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Industriemeister/in der Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk
- Weiterbildung zum/zur staatlich geprüften Techniker/in der Fachrichtung Kunststoff- und Kautschuktechnik
- Studium in den Bereichen Kunststofftechnik, Werkstoffwissenschaften oder Chemieingenieurwesen (mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung)
- Spezialisierung als Anwendungstechniker oder im Qualitätsmanagement
Good to know
- Du arbeitest am Anfang der Wertschöpfungskette und bestimmst die Eigenschaften von späteren Produkten wie Autoteilen, Verpackungen oder Medizintechnik.
- Der Beruf ist entscheidend für Innovationen im Bereich Recycling und biobasierter Kunststoffe.
- Als gefragte Fachkraft hast du sehr gute und krisensichere Jobaussichten in einer hochtechnisierten Branche.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist die Produktionshalle. Du bedienst große, computergesteuerte Anlagen, überwachst die Prozesse an Monitoren, entnimmst Proben für das Labor und stellst sicher, dass die Qualität der hergestellten Kunststoffgranulate stimmt. Du arbeitest im Team mit anderen Fachkräften zusammen und bist für den reibungslosen Ablauf der Produktion mitverantwortlich. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)