Als Maler/in und Lackierer/in der Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege arbeitest du an der Erhaltung von kulturellem Erbe. Du sanierst, restaurierst und rekonstruierst historische Malereien, Verzierungen und Oberflächen in Kirchen, Schlössern und denkmalgeschützten Gebäuden.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Bei guten Leistungen oder entsprechender Vorbildung (z.B. Abitur) kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Die Ausbildungsvergütung ist tariflich geregelt und kann je nach Bundesland und Betrieb variieren. Im Durchschnitt kannst du mit folgendem monatlichen Gehalt rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 740 - 850 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 815 - 950 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 970 - 1.150 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen jedoch Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Künstlerische Begabung und Kreativität
- Sinn für Farben, Formen und Ästhetik
- Handwerkliches Geschick und eine ruhige Hand
- Geduld, Sorgfalt und Genauigkeit
- Interesse an Kunst, Kultur und Geschichte
- Schwindelfreiheit (Arbeit auf Gerüsten)
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten sind in der Regel von Montag bis Freitag. Je nach Projektstandort kann es auch zu auswärtigen Einsätzen kommen (Montagetätigkeit).
Aufgaben in der Ausbildung
- Untersuchung und Beurteilung historischer Untergründe und Malschichten
- Entwicklung von Konzepten zur Restaurierung und Konservierung
- Anwendung historischer Mal- und Dekorationstechniken (z.B. Vergolden, Sgraffito, Freskenmalerei)
- Rekonstruktion von Ornamenten, Schriften und Malereien nach historischen Vorlagen
- Reinigung, Festigung und Retusche von Oberflächen
- Dokumentation der durchgeführten Arbeiten
- Führung deines Berichtshefts, wofür sich z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido anbietet
Ausbildungsinhalte
- Kunst- und Stilkunde verschiedener Epochen
- Materialkunde: historische und moderne Pigmente, Bindemittel und Werkstoffe
- Konservierungs- und Restaurierungstechniken
- Zeichnen und Entwurfstechniken
- Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz
- Umgang mit Denkmalschutzgesetzen und -behörden
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: In der Regel zum 1. August oder 1. September.
Zwischenprüfung: Findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt.
Gesellenprüfung: Am Ende der dreijährigen Ausbildung.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Maler- und Lackierermeister/in mit Schwerpunkt Restaurierung
- Staatlich geprüfte/r Techniker/in der Fachrichtung Farb- und Lacktechnik
- Studium, z.B. Konservierung und Restaurierung oder Innenarchitektur
- Spezialisierung auf bestimmte Techniken oder Epochen
- Selbstständigkeit mit einem eigenen Restaurierungsbetrieb
Good to know
- Du arbeitest an einzigartigen, historisch bedeutsamen Orten und Objekten.
- Der Beruf verbindet künstlerische Kreativität mit handwerklicher Präzision und wissenschaftlichen Kenntnissen.
- Als Spezialist/in in diesem Bereich bist du eine gefragte Fachkraft und leistest einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unseres Kulturerbes.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist kein gewöhnliches Büro. Du arbeitest direkt vor Ort in Kirchen, Schlössern, Museen oder historischen Bürgerhäusern. Oft bist du auf Leitern und Gerüsten tätig, um Decken- und Wandmalereien zu erreichen. Deine Aufgaben erfordern höchste Konzentration und eine ruhige Hand. Du arbeitest im Team mit anderen Restauratoren, Handwerkern und Denkmalpflegern zusammen. Ein wichtiger Teil deiner Ausbildung ist auch die regelmäßige Führung deines Berichtshefts. Digitale Lösungen wie die Berichtsheft-App von Zubido können dir dabei helfen, den Überblick zu behalten.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)