Als Medizinische/r Fachangestellte/r (MFA) bist du die erste Anlaufstelle für Patienten und die unverzichtbare rechte Hand des Arztes. Du organisierst den Praxisablauf, assistierst bei Behandlungen sowie Untersuchungen und sorgst mit deinem Einfühlungsvermögen dafür, dass sich Patienten gut aufgehoben und betreut fühlen.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Eine Verkürzung ist bei entsprechender schulischer Vorbildung (z.B. Abitur) oder bei sehr guten Leistungen während der Ausbildung möglich, sodass du früher zur Abschlussprüfung zugelassen werden kannst.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt richtet sich häufig nach dem Tarifvertrag für Medizinische Fachangestellte. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen: im ersten Jahr etwa 920 Euro pro Monat, im zweiten Jahr 995 Euro und im dritten Jahr 1.075 Euro. Je nach Bundesland und Träger der Praxis kann dies variieren.
Empfohlener Schulabschluss
Für die Ausbildung wird häufig ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) erwartet. Grundsätzlich ist die Ausbildung aber mit jedem Schulabschluss möglich, entscheidend sind deine persönliche Eignung und Motivation.
Kenntnisse/Stärken
- Einfühlungsvermögen und Freundlichkeit im Umgang mit Patienten
- Organisationstalent und Sorgfalt
- Interesse an medizinischen Themen
- Verantwortungsbewusstsein und Verschwiegenheit
- Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten orientieren sich meist an den Sprechstunden der Praxis. Je nach Arbeitsplatz (z.B. in einem Krankenhaus) kann auch Schicht- oder Wochenenddienst anfallen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Patienten empfangen, betreuen und beraten
- Terminvergabe und Koordination des Praxisablaufs
- Assistenz bei ärztlichen Untersuchungen und Behandlungen
- Durchführung von Laborarbeiten (z.B. Blutabnahme, Urinuntersuchungen)
- Anlegen von Verbänden, Vorbereitung von Spritzen
- Verwaltungsaufgaben wie Aktenführung, Abrechnung und Schriftverkehr
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Grundlagen der Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre
- Praxisorganisation und Qualitätsmanagement
- Hygienevorschriften und Infektionsschutz
- Umgang mit Arzneimitteln, Impfstoffen und medizinischen Instrumenten
- Notfallmanagement
- Datenschutz und ärztliche Schweigepflicht
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung findet dual statt, das heißt, du lernst sowohl in der Berufsschule (Theorie) als auch in der Arztpraxis oder einem Krankenhaus (Praxis).
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise am 1. August oder 1. September.
Zwischenprüfung: Findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt.
Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildung, bestehend aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Fachwirt/in für ambulante medizinische Versorgung
- Spezialisierungen in Bereichen wie Onkologie, ambulantes Operieren, Praxismanagement oder Abrechnung
- Weiterbildung zum/zur Betriebswirt/in für Management im Gesundheitswesen
- Studium, z.B. im Bereich Gesundheitsmanagement oder Physician Assistant (mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung)
Good to know
- Der Beruf der/des MFA ist extrem vielseitig und kombiniert medizinische, soziale und organisatorische Tätigkeiten.
- Als MFA bist du eine wichtige Vertrauensperson für Patienten aller Altersgruppen.
- Aufgrund des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen ist es ein sehr krisensicherer Beruf mit hervorragenden Zukunftsaussichten.
Berufsalltag
Dein Tag beginnt mit der Vorbereitung der Praxisräume und Patiententakten. Du begrüßt die eintreffenden Patienten, nimmst ihre Daten auf und bereitest sie auf die Untersuchung vor. Du assistierst dem Arzt, nimmst Blut ab, legst Verbände an oder führst EKGs durch. Zwischendurch koordinierst du am Telefon Termine, bestellst Material und kümmerst dich um die Abrechnung. Kein Tag ist wie der andere! Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)