Als Mikrotechnologe oder Mikrotechnologin arbeitest du an der Spitze der technologischen Entwicklung und stellst in hochmodernen Reinräumen winzige, aber entscheidende Bauteile wie Mikrochips, Sensoren oder LEDs her. Du bist dafür verantwortlich, dass die komplexen Produktionsprozesse reibungslos ablaufen und die Qualität der mikroskopisch kleinen Produkte stimmt.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Bei guten Leistungen in der Berufsschule und im Betrieb oder mit einer entsprechenden schulischen Vorbildung (z.B. Abitur) kann die Ausbildung verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt ist oft tariflich geregelt und gehört zu den höheren Ausbildungsvergütungen. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 1.000 - 1.150 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 1.050 - 1.200 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 1.100 - 1.300 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe jedoch überwiegend Auszubildende mit einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) oder der (Fach-)Hochschulreife ein.
Kenntnisse/Stärken
- Große Sorgfalt und Genauigkeit
- Interesse an Physik, Chemie und Technik
- Geduld und Konzentrationsfähigkeit
- Abstraktes und logisches Denkvermögen
- Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein
Arbeitszeit
Da die Produktionsanlagen oft rund um die Uhr laufen, ist Schichtarbeit (Früh-, Spät- und Nachtschicht) in diesem Beruf üblich.
Aufgaben in der Ausbildung
- Einrichten, Bedienen und Überwachen von hochkomplexen Produktionsanlagen
- Durchführung von fotolithografischen und ätztechnischen Prozessen
- Herstellung von Mikrosystemen wie Chips, Halbleitern oder Sensoren
- Durchführung von Qualitätskontrollen mit Mikroskopen und Messgeräten
- Arbeiten unter strengen Reinraumbedingungen
- Dokumentation der Prozess- und Prüfdaten
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Grundlagen der Halbleiterphysik und Chemie
- Verfahren der Mikrosystemtechnik (z.B. Beschichten, Ätzen, Lithografie)
- Reinraumtechnik und korrektes Verhalten im Reinraum
- Qualitätssicherung und Prozesskontrolle
- Anlagen- und Steuerungstechnik
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung findet dual statt, das heißt, du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September.
Zwischenprüfung: Findet zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres statt.
Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildungszeit vor der Industrie- und Handelskammer (IHK).
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Mikrosystemtechnik
- Weiterbildung zum/zur Industriemeister/in der Fachrichtung Mikrotechnologie
- Studium, z.B. in Mikrosystemtechnik, Physikalische Technik oder Elektrotechnik
- Spezialisierung auf bestimmte Prozesstechnologien oder Anlagen
Good to know
- Du arbeitest in einer absoluten Zukunftsbranche, denn ohne Mikrochips funktioniert heute fast nichts mehr.
- Ein großer Teil deiner Arbeit findet im Reinraum statt, wofür du spezielle Schutzkleidung („Bunnysuit“) trägst.
- Die hergestellten Produkte sind oft mit bloßem Auge nicht zu erkennen.
Berufsalltag
Dein Arbeitsalltag ist hochtechnologisch. Nach dem Anziehen der speziellen Reinraumkleidung betrittst du eine der saubersten Umgebungen der Welt. Dort überwachst du die automatisierten Produktionsanlagen, legst sogenannte Wafer (dünne Siliziumscheiben) ein, kontrollierst Prozessparameter an Monitoren und prüfst die Qualität der winzigen Strukturen unter dem Mikroskop. Teamabsprachen und eine sorgfältige Dokumentation sind dabei unerlässlich. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)