Als Orthopädietechnik-Mechaniker/in verbindest du handwerkliches Geschick mit modernster Technik und medizinischem Wissen, um Menschen mit körperlichen Einschränkungen durch maßgefertigte Hilfsmittel neue Lebensqualität zu schenken.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung (Abitur) oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Bundesland und Betrieb. Im Durchschnitt kannst du mit folgender monatlicher Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 700 - 900 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 800 - 1.000 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 900 - 1.100 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) wird häufig erwartet. Rechtlich ist jedoch kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Wichtig sind gute Noten in Fächern wie Werken/Technik, Physik und Biologie.
Kenntnisse/Stärken
- Handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit
- Technisches Verständnis
- Einfühlungsvermögen im Umgang mit Patienten
- Sorgfalt und Präzision
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Interesse an Medizin und Anatomie
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten sind in der Regel regulär und orientieren sich an den Öffnungszeiten des Betriebs, meist von Montag bis Freitag.
Aufgaben in der Ausbildung
- Beratung von Patienten und Aufnahme von Maßen
- Herstellung von Prothesen (künstlicher Ersatz von Gliedmaßen) und Orthesen (z.B. Schienen, Stützkorsetts)
- Anpassung, Wartung und Reparatur von orthopädischen Hilfsmitteln
- Verarbeitung verschiedenster Materialien wie Metalle, Kunststoffe, Carbon und Leder
- Bedienung von modernen Maschinen und digitalen Fertigungstechnologien (z.B. CAD/CAM, 3D-Druck)
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Anatomie, Physiologie und Krankheitsbilder des menschlichen Körpers
- Werkstoffkunde und Bearbeitungstechniken
- Konstruktion und Fertigung von orthopädischen Hilfsmitteln
- Anmess- und Abformtechniken
- Umgang mit Patienten und interdisziplinäre Zusammenarbeit (z.B. mit Ärzten und Therapeuten)
- Qualitätssicherung und Arbeitssicherheit
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung findet dual statt, das heißt, du lernst abwechselnd im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September.
Zwischenprüfung: Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt.
Abschlussprüfung: Die Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung, die aus einem praktischen und einem theoretischen Teil besteht.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Orthopädietechnikermeister/in
- Spezialisierung auf Bereiche wie Prothetik, Orthetik oder Rehabilitationstechnik
- Weiterbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Medizintechnik
- Studium, z.B. in den Bereichen Orthopädie- und Rehatechnik oder Medizintechnik
Good to know
- Du übst einen sehr sinnvollen und dankbaren Beruf aus, da du Menschen direkt hilfst, ihre Mobilität und Lebensqualität zu verbessern.
- Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit High-Tech und ist sehr abwechslungsreich.
- Aufgrund des demografischen Wandels ist die Nachfrage nach Fachkräften in diesem Bereich sehr hoch und zukunftssicher.
Berufsalltag
Dein Arbeitsalltag ist eine Mischung aus Werkstattarbeit und direktem Patientenkontakt. Du nimmst Maß, fertigst Modelle an, bearbeitest Materialien an der Werkbank und an Maschinen und passt die fertigen Hilfsmittel am Patienten an. Dabei arbeitest du eng mit Ärzten, Physiotherapeuten und dem Patienten selbst zusammen, um die bestmögliche Lösung zu finden. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)