Als Patentanwaltsfachangestellte/r bist du die rechte Hand von Patentanwälten und -anwältinnen. Du spielst eine entscheidende Rolle bei der Anmeldung, Verwaltung und Verteidigung von gewerblichen Schutzrechten wie Patenten, Marken und Designs.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Eine Verkürzung auf 2,5 oder sogar 2 Jahre ist bei entsprechender schulischer Vorbildung (z.B. Abitur) oder bei sehr guten Leistungen während der Ausbildung und in der Berufsschule möglich.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Kanzleigröße und Bundesland. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: ca. 900 - 1.100 Euro brutto pro Monat
- 2. Ausbildungsjahr: ca. 1.000 - 1.200 Euro brutto pro Monat
- 3. Ausbildungsjahr: ca. 1.100 - 1.350 Euro brutto pro Monat
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Kanzleien jedoch überwiegend Auszubildende mit Hochschulreife (Abitur) oder Fachhochschulreife ein, da sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse erforderlich sind.
Kenntnisse/Stärken
- Sorgfalt und Genauigkeit (sehr wichtig bei Fristen und Formalien)
- Organisationstalent und Verantwortungsbewusstsein
- Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift
- Interesse an rechtlichen und wirtschaftlichen Zusammenhängen
- Verschwiegenheit und Zuverlässigkeit
- Kommunikations- und Teamfähigkeit
Arbeitszeit
In der Regel hast du feste Büroarbeitszeiten, meist von Montag bis Freitag. Vor wichtigen Fristen kann es auch mal zu Überstunden kommen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Aktenführung und -verwaltung (elektronisch und in Papierform)
- Überwachung und Notierung von Fristen
- Vorbereitung von Anmeldeunterlagen für Patente, Marken und Designs
- Korrespondenz mit Mandanten, Ämtern und Gerichten, oft auch in englischer Sprache
- Erstellung von Kostenrechnungen und Überwachung von Zahlungseingängen
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Gewerblicher Rechtsschutz (Patentrecht, Markenrecht, Designrecht etc.)
- Büro- und Kanzleiorganisation
- Rechnungswesen und Kostenrecht
- Umgang mit spezieller Kanzleisoftware
- Formvorschriften und Fristenberechnung im nationalen und internationalen Recht
- Textverarbeitung und Kommunikationstechniken
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung erfolgt dual, das heißt, du arbeitest in der Kanzlei und besuchst an bestimmten Tagen die Berufsschule.
Ausbildungsbeginn: In der Regel zum 1. August oder 1. September.
Zwischenprüfung: Zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt.
Abschlussprüfung: Die Ausbildung endet mit der Abschlussprüfung vor der Patentanwaltskammer.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Patentfachwirt/in zur Übernahme von mehr Verantwortung und Führungsaufgaben
- Spezialisierung auf bestimmte Bereiche wie Markenverwaltung oder Jahresgebühren
- Tätigkeit in den Patentabteilungen großer Industrieunternehmen
- Studium, z. B. im Bereich Wirtschaftsrecht (Bachelor of Laws)
Good to know
- Du arbeitest in einem internationalen Umfeld und schützt Erfindungen und Ideen weltweit.
- Der Beruf ist sehr zukunftssicher, da Innovationen immer geschützt werden müssen.
- Es ist eine anspruchsvolle, aber auch sehr abwechslungsreiche Tätigkeit, die juristisches, organisatorisches und sprachliches Geschick vereint.
Berufsalltag
Dein Berufsalltag als Patentanwaltsfachangestellte/r ist stark strukturiert und erfordert höchste Konzentration. Du bearbeitest die eingehende Post, bereitest Schriftsätze für Anwälte vor, überwachst penibel genau wichtige Fristen im Kalender und kommunizierst per E-Mail und Telefon mit Mandanten, Kollegen und Patentämtern auf der ganzen Welt. Teamarbeit und eine genaue Arbeitsweise sind dabei das A und O. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)