Pflanzentechnologen und Pflanzentechnologinnen sind die Experten für die Entwicklung und Optimierung von Pflanzen. Sie arbeiten an der Schnittstelle von Biologie, Landwirtschaft und Technik, um neue, widerstandsfähigere oder ertragreichere Sorten zu züchten und deren Qualität sicherzustellen.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Eine Verkürzung ist bei entsprechender schulischer Vorbildung (z. B. Abitur) oder überdurchschnittlichen Leistungen während der Ausbildung möglich.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt ist oft tariflich geregelt und variiert je nach Branche (z.B. öffentlicher Dienst, Landwirtschaft, chemische Industrie). Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: ca. 1.000 – 1.100 €
- 2. Ausbildungsjahr: ca. 1.100 – 1.200 €
- 3. Ausbildungsjahr: ca. 1.200 – 1.300 €
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe jedoch überwiegend Auszubildende mit Hochschulreife (Abitur), Fachhochschulreife oder einem sehr guten mittleren Bildungsabschluss ein.
Kenntnisse/Stärken
- Interesse an Biologie, Chemie und Natur
- Sorgfältige und präzise Arbeitsweise
- Geduld und Ausdauer
- Technisches Verständnis
- Gute Beobachtungsgabe
- Teamfähigkeit
Arbeitszeit
In der Regel gelten feste Arbeitszeiten. Da du mit lebenden Organismen arbeitest, kann je nach Versuchsablauf oder Jahreszeit auch Arbeit am Wochenende oder außerhalb der regulären Zeiten anfallen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Planung und Durchführung von Versuchen im Labor, Gewächshaus und auf dem Feld
- Anzucht, Pflege und Vermehrung von Pflanzen
- Durchführung von Kreuzungen zur Züchtung neuer Sorten
- Anwendung biotechnologischer und molekularbiologischer Labormethoden
- Bedienung und Pflege von technischen Geräten und Anlagen
- Erfassung, Auswertung und Dokumentation von Versuchsdaten
- Du lernst auch, dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsinhalte
- Grundlagen der Botanik, Genetik und Pflanzenphysiologie
- Methoden der Pflanzenzüchtung und Saatgutproduktion
- Labor- und Analysetechnik
- Datenerhebung und statistische Auswertung
- Anbautechnik und Pflanzenschutz
- Arbeitssicherheit, Qualitätsmanagement und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise am 1. August oder 1. September.
Zwischenprüfung: Findet in der Regel zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres statt, um deinen Wissensstand zu überprüfen.
Abschlussprüfung: Besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil und findet am Ende der Ausbildung statt.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Techniker/in (z.B. Biotechnik)
- Weiterbildung zum/zur Meister/in (z.B. Pflanzenzuchtmeister/in)
- Studium in Fächern wie Agrarwissenschaften, Biologie oder Biotechnologie
- Spezialisierung auf Bereiche wie Molekularbiologie, Qualitätskontrolle oder Versuchswesen
Good to know
- Der Beruf des Pflanzentechnologen ist relativ neu (eingeführt 2013) und sehr modern.
- Du leistest einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung, Nachhaltigkeit und zum Klimaschutz.
- Es ist ein High-Tech-Beruf, der weit über klassische Gärtnerei hinausgeht und viel Laborarbeit beinhaltet.
- Die Jobaussichten sind sehr gut, da Fachkräfte in der Pflanzenforschung und -zucht stark nachgefragt sind.
Berufsalltag
Dein Arbeitsalltag ist abwechslungsreich und findet an verschiedenen Orten statt: im Labor bei der Analyse von Proben, im Gewächshaus bei der Aufzucht von Pflanzen oder auf dem Versuchsfeld bei der Beurteilung neuer Zuchtlinien. Du arbeitest oft im Team mit Wissenschaftlern und anderen Fachkräften zusammen, dokumentierst deine Arbeit sorgfältig am Computer und bedienst moderne technische Geräte. Natürlich musst du auch während deiner Ausbildung dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)