Als Prüftechnologe oder Prüftechnologin für Keramik bist du der Experte oder die Expertin für die Qualitätssicherung in der Keramikindustrie. Du sorgst dafür, dass von der Fliese bis zum Hightech-Bauteil alles den höchsten Anforderungen entspricht, indem du Rohstoffe und Produkte mit modernsten Methoden analysierst und prüfst.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung (Abitur) oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Dein Gehalt als Azubi richtet sich oft nach dem Tarifvertrag der Industrie. Die genaue Höhe variiert je nach Bundesland und Unternehmen. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 950 - 1.100 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 1.000 - 1.150 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 1.050 - 1.250 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) ist eine gute Voraussetzung. Viele Betriebe bevorzugen Bewerber/innen mit Fachhochschulreife oder Abitur, da die Ausbildung hohe Anforderungen in den naturwissenschaftlichen Fächern stellt.
Kenntnisse/Stärken
- Interesse an Chemie, Physik und Technik
- Sorgfältige und präzise Arbeitsweise
- Technisches Verständnis und Beobachtungsgabe
- Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit
- Logisches Denkvermögen und analytische Fähigkeiten
- Teamfähigkeit
Arbeitszeit
Die Arbeitszeit findet in der Regel von Montag bis Freitag statt. Je nach Betrieb und Branche kann auch Schichtarbeit erforderlich sein, da die Produktion oft rund um die Uhr läuft.
Aufgaben in der Ausbildung
- Entnahme von Proben aus der laufenden Produktion und dem Rohstofflager
- Vorbereitung und Durchführung von chemischen und physikalischen Prüfungen (z.B. Dichte-, Härte-, Biegefestigkeitsprüfungen)
- Bedienung, Pflege und Kalibrierung von komplexen Mess- und Prüfgeräten
- Dokumentation der Prüfergebnisse am Computer und deren Auswertung
- Mitarbeit bei der Qualitätssicherung und Prozessoptimierung
- Analyse von Fehlern und deren Ursachen
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Werkstoffkunde (keramische Rohstoffe, Massen, Glasuren)
- Chemische und physikalische Analyseverfahren
- Prüf- und Messtechnik
- Qualitätsmanagement und statistische Prozesskontrolle
- Aufbau und Eigenschaften keramischer Erzeugnisse
- Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung findet dual statt, das heißt du lernst abwechselnd im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise am 1. August oder 1. September.
Abschlussprüfung Teil 1: Findet zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt.
Abschlussprüfung Teil 2: Erfolgt am Ende der dreijährigen Ausbildung.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Werkstofftechnik oder Chemietechnik
- Weiterbildung zum/zur Industriemeister/in der Fachrichtung Keramik
- Studium, z.B. Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie oder Chemieingenieurwesen
- Spezialisierung auf bestimmte Bereiche wie Forschung und Entwicklung oder Qualitätsmanagement
Good to know
- Keramik ist ein Hightech-Werkstoff, der z.B. in der Medizintechnik (Zahnimplantate), der Raumfahrt (Hitzeschilde) und der Automobilindustrie (Bremsen) eingesetzt wird.
- Als Prüftechnologe/in trägst du eine hohe Verantwortung, denn von deiner Arbeit hängt die Sicherheit und Qualität vieler Produkte ab.
- Der Beruf bietet eine hervorragende Mischung aus praktischer Laborarbeit und theoretischem Wissen.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist hauptsächlich das Labor. Hier entnimmst du Proben, bereitest sie vor und analysierst sie mit verschiedenen Geräten wie Mikroskopen oder Zugprüfmaschinen. Du dokumentierst deine Ergebnisse sorgfältig am PC, wertest sie aus und besprichst sie mit den Kollegen aus der Produktion. Genauigkeit und Konzentration sind dabei das A und O. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)