Als Schifffahrtskaufmann oder Schifffahrtskauffrau in der Fachrichtung Linienfahrt bist du das logistische Gehirn hinter dem globalen Warenverkehr auf See. Du sorgst dafür, dass Container pünktlich von A nach B kommen, planst die optimale Auslastung von Schiffen und stehst im ständigen Kontakt mit Kunden und Partnern weltweit.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung (Abitur) oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt ist tariflich geregelt und variiert je nach Region. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen: Im ersten Jahr etwa 900-1.150 Euro pro Monat, im zweiten Jahr 1.000-1.250 Euro und im dritten Jahr 1.100-1.350 Euro.
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe jedoch überwiegend Auszubildende mit Hochschulreife (Abitur) oder einem guten Realschulabschluss ein.
Kenntnisse/Stärken
- Gute Englischkenntnisse (verhandlungssicher)
- Organisationstalent und Planungsgeschick
- Kommunikationsfähigkeit und Kundenorientierung
- Geografisches Interesse und interkulturelle Kompetenz
- Sorgfalt und Genauigkeit
- Kaufmännisches Denken und Verhandlungsgeschick
Arbeitszeit
In der Regel hast du feste Büroarbeitszeiten. Aufgrund der internationalen Ausrichtung und unterschiedlicher Zeitzonen kann es jedoch zu Arbeitszeiten am frühen Morgen oder späten Abend kommen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Planung und Organisation von Seetransporten auf festen Routen
- Berechnung von Frachtraten und Erstellung von Angeboten
- Buchung von Frachtraum auf Containerschiffen
- Erstellung und Bearbeitung von Transportdokumenten (z.B. Bill of Lading)
- Kommunikation mit Kunden, Reedereien, Hafenbetrieben und Agenten weltweit
- Überwachung der Transporte und Abwicklung von Unregelmäßigkeiten
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Grundlagen des Seefrachtgeschäfts
- Transportketten und Logistikprozesse
- Internationales Transportrecht und Zollbestimmungen
- Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen und Controlling
- Maritime Englisch-Fachterminologie
- Umgang mit branchenspezifischer Software
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz in der Schifffahrt
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise am 1. August jeden Jahres.
Zwischenprüfung: Findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt.
Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildungszeit vor der Industrie- und Handelskammer (IHK).
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Verkehrsfachwirt/in
- Studium in Bereichen wie Logistikmanagement, Maritime Management oder Betriebswirtschaftslehre
- Spezialisierung auf bestimmte Fahrtgebiete, Ladungsarten (z.B. Gefahrgut) oder Abteilungen (z.B. Sales, Operations)
- Aufstieg in Führungspositionen im Unternehmen
Good to know
- Du arbeitest in einem hochgradig internationalen Umfeld und nutzt täglich deine Englischkenntnisse.
- Der Beruf ist das Rückgrat des Welthandels – du bewegst Güter rund um den Globus.
- Es handelt sich um einen anspruchsvollen Bürojob mit viel Verantwortung und ausgezeichneten Zukunftsaussichten.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist das Büro, dein Spielfeld die ganze Welt. Im Berufsalltag als Schifffahrtskaufmann/frau kommunizierst du per E-Mail und Telefon mit Kunden und Partnern aus verschiedenen Ländern, erstellst Kalkulationen, buchst Fracht und löst logistische Herausforderungen. Du arbeitest am Computer mit spezieller Software, um den Überblick über Schiffe und Ladungen zu behalten. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)