Als Stanz- und Umformmechaniker/in bist du der Experte oder die Expertin für die Herstellung von Präzisionsteilen aus Metall. Du richtest computergesteuerte Maschinen ein, überwachst den Fertigungsprozess und sorgst dafür, dass am Ende alles passt – von der kleinsten Unterlegscheibe bis zum großen Karosserieteil.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Bei guten Leistungen in der Berufsschule und im Betrieb oder mit entsprechender Vorbildung (z. B. Abitur) kann die Ausbildung verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt ist oft tariflich geregelt und variiert je nach Bundesland und Unternehmen. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 980 - 1.150 €
- 2. Ausbildungsjahr: 1.030 - 1.200 €
- 3. Ausbildungsjahr: 1.100 - 1.300 €
Empfohlener Schulabschluss
Ein guter Hauptschulabschluss oder ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ist eine gute Voraussetzung für diese Ausbildung.
Kenntnisse/Stärken
- Gutes technisches und mathematisches Verständnis
- Handwerkliches Geschick und Präzision
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Sorgfältige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
- Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
Arbeitszeit
In der Industrie ist Schichtarbeit (Früh-, Spät- und teils Nachtschicht) üblich. Die Arbeitszeit beträgt in der Regel 35-40 Stunden pro Woche.
Aufgaben in der Ausbildung
- Einrichten und Bedienen von Stanzautomaten, Pressen und Umformmaschinen
- Auswählen der passenden Werkzeuge und Einbau in die Maschinen
- Programmieren und Steuern von computergesteuerten (CNC-)Anlagen
- Überwachen der Produktionsprozesse und Sicherstellen der Qualität
- Lesen und Anwenden von technischen Zeichnungen und Fertigungsplänen
- Durchführen von Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an den Maschinen
- Du lernst auch, dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Grundlagen der Metallbearbeitung (Feilen, Sägen, Bohren)
- Werkstoffkunde und Materialprüfung
- Fertigungsverfahren wie Stanzen, Biegen, Ziehen und Prägen
- Steuerungs- und Regelungstechnik
- Qualitätssicherung und Messtechnik
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung findet dual statt, d.h. im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Sie ist durch eine gestreckte Abschlussprüfung gegliedert:
Abschlussprüfung Teil 1: Findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und zählt bereits zum Gesamtergebnis.
Abschlussprüfung Teil 2: Erfolgt am Ende der Ausbildungszeit.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Industriemeister/in der Fachrichtung Metall
- Fortbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Maschinentechnik
- Spezialisierung z.B. auf Werkzeugbau, CNC-Programmierung oder Qualitätssicherung
- Studium, z.B. im Bereich Maschinenbau oder Produktionstechnik
Good to know
- Du arbeitest mit modernster Technik und hochpräzisen Maschinen, die oft mehrere Millionen Euro wert sind.
- Die von dir gefertigten Teile finden sich überall wieder: in Autos, Flugzeugen, Haushaltsgeräten und Smartphones.
- Der Beruf ist sehr gefragt in der metallverarbeitenden Industrie und bietet eine hohe Arbeitsplatzsicherheit.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist die Produktionshalle. Der Tag beginnt oft mit einer Teambesprechung und der Übergabe von Fertigungsaufträgen. Du studierst technische Zeichnungen, wählst das richtige Material und die passenden Werkzeuge aus und rüstest die riesigen Pressen oder Stanzanlagen. Nach einem Probelauf und der Qualitätskontrolle startest du die Serienproduktion, die du sorgfältig überwachst. Bei Störungen greifst du ein und sorgst dafür, dass alles wieder rund läuft. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)