Technische Konfektionäre und Konfektionärinnen sind die Experten für die Herstellung vielfältiger Produkte aus technischen Textilien und flexiblen Werkstoffen. Sie fertigen nach technischen Zeichnungen und Kundenvorgaben alles von LKW-Planen über Markisen bis hin zu komplexen Membranbauten und Airbags.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Eine Verkürzung ist bei entsprechenden schulischen Vorkenntnissen (z.B. Abitur) oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung möglich, sodass du frühzeitig zur Abschlussprüfung zugelassen werden kannst.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Die Ausbildungsvergütung ist tariflich geregelt und kann je nach Bundesland und Betrieb variieren. Im Durchschnitt kannst du mit folgendem monatlichen Gehalt rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 900 - 1.050 €
- 2. Ausbildungsjahr: 950 - 1.150 €
- 3. Ausbildungsjahr: 1.000 - 1.250 €
Empfohlener Schulabschluss
Ein guter Hauptschulabschluss oder ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ist eine gute Voraussetzung. Rechtlich ist jedoch kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben.
Kenntnisse/Stärken
- Handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit
- Technisches Verständnis
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Sorgfalt und Genauigkeit
- Teamfähigkeit
- Gute körperliche Konstitution
Arbeitszeit
In der Regel arbeitest du in einer 38- bis 40-Stunden-Woche. Je nach Betrieb kann auch Schichtarbeit üblich sein.
Aufgaben in der Ausbildung
- Lesen und Anfertigen von technischen Zeichnungen und Schablonen
- Auswahl der passenden Materialien (Textilien, Folien, Planen)
- Zuschneiden der Materialien mit computergesteuerten Maschinen oder per Hand
- Verbinden der zugeschnittenen Teile durch Nähen, Schweißen oder Kleben
- Montage von Zubehörteilen wie Ösen, Gurten oder Reißverschlüssen
- Durchführung von Qualitätskontrollen
- Du lernst auch, dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsinhalte
- Werk- und Hilfsstoffkunde (Eigenschaften verschiedener Textilien und Kunststoffe)
- Fertigungstechniken und Verarbeitungsverfahren
- Bedienung und Wartung von speziellen Maschinen (z.B. Näh-, Schweiß- und Zuschneidemaschinen)
- Konstruktionsgrundlagen und Zeichnungserstellung
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz
- Qualitätssicherung
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung findet dual statt, also im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Der praktische Teil im Betrieb wird durch den theoretischen Unterricht ergänzt.
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise am 1. August oder 1. September.
Zwischenprüfung: Findet zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres statt, um deinen Kenntnisstand zu überprüfen.
Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildung legst du eine praktische und theoretische Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Industriemeister/in der Fachrichtung Textilwirtschaft
- Fortbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Textiltechnik
- Spezialisierung auf bestimmte Produkte oder Verfahren (z.B. Membranbau, Medizintechnik)
- Studium, z.B. im Bereich Textil- oder Bekleidungstechnik (mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung)
Good to know
- Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit modernster Maschinentechnologie.
- Die Produkte, die du herstellst, sind extrem vielfältig und finden sich in Architektur, Fahrzeugbau, Logistik, Sport und Umweltschutz wieder.
- Als Technische/r Konfektionär/in arbeitest du mit hochfesten und widerstandsfähigen Materialien.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist meist die Werkstatt oder Produktionshalle. Du arbeitest nach genauen Plänen und Vorgaben, oft im Team mit anderen Fachkräften. Du bedienst große Maschinen, führst aber auch viele Arbeitsschritte von Hand aus, die Präzision erfordern. Der Umgang mit teils schweren Materialrollen gehört ebenso zum Alltag wie die Qualitätsprüfung deiner fertigen Arbeit. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)