Als Textilgestalter/in im Handwerk der Fachrichtung Sticken verwandelst du Stoffe in einzigartige Kunstwerke. Du kombinierst traditionelle Handwerkskunst mit modernem Design, entwirfst filigrane Muster und setzt diese mit Nadel und Faden oder an hochmodernen, computergesteuerten Stickmaschinen um.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Die Ausbildungsvergütung ist von Betrieb zu Betrieb und je nach Region unterschiedlich. Eine mögliche Staffelung könnte wie folgt aussehen: Im ersten Ausbildungsjahr ca. 650-800 Euro, im zweiten Jahr 750-900 Euro und im dritten Jahr 850-1.050 Euro pro Monat.
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe jedoch bevorzugt Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Kreativität und gestalterisches Talent
- Geduld und eine ruhige Hand
- Sorgfalt und Genauigkeit
- Gutes Farb- und Formempfinden
- Handwerkliches Geschick und Feinmotorik
- Technisches Verständnis für Stickmaschinen
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten orientieren sich in der Regel an den üblichen Werkstatt- oder Atelierzeiten. Bei besonderen Aufträgen oder vor Messen kann es auch zu Mehrarbeit kommen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Entwerfen von Stickereimotiven und Mustern, auch am Computer
- Auswählen passender Stoffe, Garne und weiterer Materialien
- Umsetzen von Entwürfen mit verschiedenen Handsticktechniken
- Einrichten, Bedienen und Überwachen von computergesteuerten Stickmaschinen
- Veredeln von Kleidungsstücken, Heimtextilien und Accessoires
- Qualitätskontrolle und Nachbearbeitung der fertigen Stickereien
- Kundenberatung und Auftragsbesprechung
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Grundlagen der Gestaltung, Farbenlehre und Komposition
- Verschiedene Sticktechniken (z.B. Plattstich, Kreuzstich, Hohlsaum)
- Materialkunde: Eigenschaften von Textilien und Garnen
- Umgang mit Sticksoftware und Digitalisierung von Vorlagen
- Bedienung und Wartung von Stickmaschinen
- Betriebliche Organisation und kundenorientierte Kommunikation
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz im Handwerk
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise zum 1. August oder 1. September eines Jahres.
Zwischenprüfung: Findet zur Mitte der Ausbildung statt, um den aktuellen Lernstand zu überprüfen.
Abschlussprüfung/Gesellenprüfung: Am Ende der Ausbildung legst du die Gesellenprüfung vor der zuständigen Handwerkskammer ab.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Meister/in im Stickerhandwerk
- Fortbildung zum/zur Gestalter/in im Handwerk
- Studium in den Bereichen Textildesign, Modedesign oder Textilkunst
- Spezialisierung auf bestimmte Bereiche wie Paramentik (kirchliche Textilien) oder Trachtenstickerei
- Selbstständigkeit mit einem eigenen Atelier
Good to know
- Du verbindest ein jahrhundertealtes Handwerk mit modernster Technik.
- Der Beruf ist ideal für kreative Köpfe, die gerne präzise und detailverliebt arbeiten.
- Als Fachkraft für hochwertige Stickerei bist du in einer Nische mit hoher Nachfrage nach individuellen und qualitativen Produkten tätig.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist das Atelier oder die Werkstatt. Du arbeitest an Entwürfen, wählst Materialien aus und setzt die Stickereien um – mal in konzentrierter Einzelarbeit an der Maschine, mal im kreativen Austausch mit Kollegen oder Kunden. Der Alltag ist eine Mischung aus gestalterischer Tätigkeit am Schreibtisch oder PC und praktischer Arbeit an den Textilien. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)