Als Thermometermacher/in der Fachrichtung Thermometerblasen erweckst du Glas zum Leben und formst es mit Hitze und Fingerspitzengefühl zu hochpräzisen Messinstrumenten. Du verbindest traditionelles Handwerk mit technischer Genauigkeit und stellst die Glaskörper für Thermometer her, die in Laboren, der Industrie und der Medizintechnik unverzichtbar sind.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt ist abhängig vom Ausbildungsbetrieb und der Region. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen: Im ersten Jahr etwa 750-950 Euro pro Monat, im zweiten Jahr 800-1.050 Euro und im dritten Jahr 900-1.150 Euro.
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen jedoch Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss (Mittlere Reife) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Handwerkliches Geschick und eine sehr ruhige Hand
- Geduld und Konzentrationsfähigkeit
- Sorgfalt und Genauigkeit
- Gutes Sehvermögen und räumliches Vorstellungsvermögen
- Technisches und physikalisches Grundverständnis
Arbeitszeit
Die Arbeitszeit entspricht in der Regel einer normalen 38- bis 40-Stunden-Woche. Du arbeitest hauptsächlich in Werkstätten oder Produktionshallen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Erlernen der Grundlagen der Glasbearbeitung und des Glasblasens vor der Lampe (Gasbrenner)
- Formen von Glaskapillaren und Gefäßen nach technischen Zeichnungen
- Herstellung von Thermometer-Rohlingen mit exakten Maßen
- Prüfen der gefertigten Glasteile auf Maßhaltigkeit und Qualität
- Umgang mit verschiedenen Glassorten und deren Eigenschaften
- Wartung und Pflege der Werkzeuge und Maschinen
- Du lernst auch, dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsinhalte
- Werkstoffkunde Glas
- Manuelle und maschinelle Glasbearbeitungstechniken
- Thermometrie (Lehre von der Temperaturmessung)
- Lesen und Anfertigen von technischen Zeichnungen
- Qualitätssicherung und Messtechnik
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz im Umgang mit Gasbrennern und Glas
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise am 1. August oder 1. September.
Zwischenprüfung: Findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt, um den aktuellen Lernstand zu überprüfen.
Abschlussprüfung: Am Ende der 3-jährigen Ausbildung legst du die Gesellenprüfung vor der zuständigen Kammer ab.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Glasbläsermeister/in
- Spezialisierung auf die Herstellung komplexer Glasapparate für die Wissenschaft
- Techniker/in der Fachrichtung Glastechnik
- Gründung eines eigenen Handwerksbetriebs
Good to know
- Dies ist ein sehr seltener und spezialisierter Ausbildungsberuf, der eine lange Tradition hat.
- Du erlernst eine faszinierende Handwerkskunst, die nur noch wenige Menschen beherrschen.
- Die hergestellten Produkte sind oft Unikate und für spezielle wissenschaftliche oder industrielle Anwendungen von großer Bedeutung.
- Der Beruf bietet eine ruhige und konzentrierte Arbeitsatmosphäre.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist die Glasbläserwerkstatt. Mit hochkonzentrierter Präzision erhitzt du Glasröhren über einem Brenner, bis sie formbar werden. Durch Drehen und Blasen bringst du das Glas in die exakte, in technischen Zeichnungen vorgegebene Form. Jeder Handgriff muss sitzen, um die geforderte Qualität zu erreichen. Du arbeitest meist selbstständig an deinem Arbeitsplatz, aber im Austausch mit Kollegen. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)