Du liebst Tiere und interessierst dich für die moderne Landwirtschaft? Als Tierwirt/in der Fachrichtung Geflügelhaltung bist du für das Wohl von Hühnern, Puten und anderem Geflügel verantwortlich – von der Aufzucht über die Fütterung bis hin zur Gesundheitsvorsorge und Vermarktung.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung (Abitur) oder besonders guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungsdauer verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Bundesland, Betrieb und Tarifvertrag. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Ausbildungsvergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 750 - 850 Euro pro Monat
- 2. Ausbildungsjahr: 800 - 900 Euro pro Monat
- 3. Ausbildungsjahr: 850 - 950 Euro pro Monat
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe jedoch überwiegend Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt (im Umgang mit Tieren)
- Körperliche Belastbarkeit und Fitness
- Interesse an Biologie und Tieren
- Technisches Verständnis (für Fütterungs- und Stallanlagen)
- Beobachtungsgabe (um Krankheiten frühzeitig zu erkennen)
- Teamfähigkeit
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten sind oft an die Bedürfnisse der Tiere angepasst. Das bedeutet, dass frühes Aufstehen sowie Arbeit an Wochenenden und Feiertagen zum Alltag gehören.
Aufgaben in der Ausbildung
- Fütterung und Tränkung des Geflügels sicherstellen
- Gesundheitszustand der Tiere kontrollieren und bei Bedarf Maßnahmen einleiten
- Ställe reinigen, desinfizieren und instand halten
- Eier sammeln, sortieren, kennzeichnen und lagern
- Aufzucht von Küken überwachen
- Bedienung und Wartung von technischen Anlagen (z. B. Lüftungs-, Fütterungs- und Tränkeanlagen)
- Du lernst auch, dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Tierarten- und Rassenkunde
- Anatomie und Physiologie von Geflügel
- Grundlagen der Fütterung und Haltungssysteme
- Tierschutz, Tiergesundheit und Hygiene
- Produktions- und Verfahrenstechnik in der Geflügelhaltung
- Qualitätssicherung und Vermarktung von Geflügelprodukten
- Umweltschutz und Arbeitssicherheit
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise am 1. August oder 1. September eines Jahres.
Zwischenprüfung: Findet zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres statt, um den aktuellen Wissensstand zu überprüfen.
Abschlussprüfung: Am Ende der dreijährigen Ausbildung erfolgt die Abschlussprüfung vor der zuständigen Landwirtschaftskammer.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Tierwirtschaftsmeister/in
- Besuch einer Fachschule zum/zur Staatlich geprüften Wirtschafter/in oder Agrarbetriebswirt/in
- Studium, z.B. im Bereich Agrarwissenschaften oder Tiermedizin (mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung)
- Spezialisierung auf Bereiche wie Bio-Geflügelhaltung oder Zucht
Good to know
- Als Tierwirt/in leistest du einen wichtigen Beitrag zur Erzeugung von hochwertigen Lebensmitteln wie Eiern und Fleisch.
- Der Beruf verbindet die Arbeit mit Tieren mit dem Einsatz moderner Technik.
- Die Landwirtschaft ist eine krisensichere Branche mit hoher Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften.
Berufsalltag
Der Tag eines Tierwirts beginnt oft früh am Morgen mit einem Kontrollgang durch die Ställe. Du überprüfst, ob es allen Tieren gut geht, versorgst sie mit Futter und frischem Wasser und stellst sicher, dass die Stalltechnik einwandfrei funktioniert. Das Einsammeln und Sortieren von Eiern gehört ebenso zu den täglichen Aufgaben wie Reinigungsarbeiten und die Dokumentation von wichtigen Daten. Die Arbeit ist körperlich anspruchsvoll, aber auch sehr abwechslungsreich. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)