Als Verfahrenstechnologe/in Mühlen- und Getreidewirtschaft in der Fachrichtung Agrarlager bist du das Herzstück der Lebensmittelkette. Du nimmst Ernteerzeugnisse wie Getreide, Ölsaaten oder Hülsenfrüchte entgegen, prüfst ihre Qualität und lagerst sie fachgerecht in großen Silos und Lagerhallen, damit sie später zu hochwertigen Lebens- und Futtermitteln weiterverarbeitet werden können.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Bei guten Leistungen oder einer entsprechenden schulischen Vorbildung (z.B. Abitur) kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Bundesland und Betrieb. Im Durchschnitt kannst du mit folgender monatlicher Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 750 - 950 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 850 - 1.050 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 950 - 1.150 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe jedoch überwiegend Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Interesse an Natur, Landwirtschaft und Lebensmitteln
- Technisches Verständnis für große Maschinen und Anlagen
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein (Umgang mit Lebensmitteln)
- Körperliche Belastbarkeit und Fitness
- Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten sind in der Regel regulär. Während der Erntezeit kann es jedoch zu saisonalen Spitzen mit Schicht- und Wochenendarbeit kommen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Annahme, Verwiegung und qualitative Beurteilung von Getreide und anderen Rohstoffen
- Bedienung und Überwachung von Förder-, Reinigungs- und Trocknungsanlagen
- Fachgerechte Einlagerung der Erzeugnisse in Silos oder Flachlagern
- Regelmäßige Kontrolle der Lagerbestände auf Temperatur, Feuchtigkeit und Schädlingsbefall
- Durchführung von Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Lagergüter
- Pflege und Wartung der technischen Anlagen
- Du lernst auch, dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsinhalte
- Warenkunde (Getreide, Ölsaaten, Leguminosen)
- Grundlagen der Lagerung, Trocknung und Konservierung
- Bedienung und Instandhaltung von Maschinen und verfahrenstechnischen Anlagen
- Qualitätssicherung und Laboranalytik
- Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Hygienevorschriften
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: In der Regel zum 1. August oder 1. September.
Zwischenprüfung: Findet zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt, um den Kenntnisstand zu überprüfen.
Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildung nach drei Jahren vor der zuständigen Kammer.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Müllermeister/in (Müller/in) oder Industriemeister/in Fachrichtung Lebensmittel
- Fortbildung zum/zur staatlich geprüften Techniker/in der Fachrichtung Mühlenbau, Getreide- und Futtermitteltechnik
- Spezialisierung auf Bereiche wie Qualitätsmanagement, biologische Landwirtschaft oder Logistik
- Aufstieg zur Schichtleitung oder zum/zur Silomeister/in
Good to know
- Du leistest einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der Lebensmittelversorgung.
- Der Beruf verbindet traditionelles Wissen über Naturprodukte mit hochmoderner Anlagentechnik.
- Als Fachkraft in der Agrar- und Ernährungswirtschaft hast du hervorragende und krisensichere Zukunftsaussichten.
Berufsalltag
Dein Arbeitsalltag ist abwechslungsreich: Du nimmst Lieferungen von Landwirten entgegen, bedienst riesige Förderbänder und Trocknungsanlagen, entnimmst Proben für das Labor und überwachst am Computer die Lagerbedingungen in den Silos. Du arbeitest sowohl drinnen als auch draußen und bist ein wichtiger Teil eines Teams, das für die Qualität unserer Lebensmittel verantwortlich ist. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)