Als Verfahrenstechnologe/in in der Mühlen- und Getreidewirtschaft mit der Fachrichtung Müllerei bist du der/die Experte/in, wenn es darum geht, aus Getreidekörnern hochwertige Mehle und andere Mahlerzeugnisse für die Lebensmittelindustrie herzustellen. Du steuerst und überwachst komplexe Produktionsanlagen und sicherst die Qualität der Produkte.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Eine Verkürzung ist bei guten Leistungen oder entsprechender Vorbildung (z.B. Abitur) möglich.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Bundesland und Betrieb. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen: Im ersten Ausbildungsjahr ca. 850-1.000 Euro, im zweiten Jahr 950-1.100 Euro und im dritten Jahr 1.050-1.250 Euro pro Monat.
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Technisches Verständnis
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
- Interesse an Biologie und Chemie
- Handwerkliches Geschick
- Gute Beobachtungsgabe
Arbeitszeit
In der Mühlenwirtschaft ist Schichtarbeit üblich, da die Anlagen oft rund um die Uhr laufen. Du arbeitest also auch früh, spät oder nachts sowie an Wochenenden.
Aufgaben in der Ausbildung
- Annahme und Qualitätsprüfung von Getreide
- Reinigung, Lagerung und Vorbereitung der Rohstoffe
- Einrichten, Steuern und Überwachen der Mühlenanlagen
- Kontrolle und Optimierung der Mahlprozesse
- Entnahme von Proben und Durchführung von Laboranalysen
- Wartung und Instandhaltung der Maschinen
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Getreidekunde und Rohstofflehre
- Müllereitechnologie und Verfahrenstechnik
- Maschinen- und Anlagentechnik
- Labor- und Messtechnik
- Qualitätssicherung und Lebensmittelhygiene
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise im August oder September.
Zwischenprüfung: Findet als Teil 1 der Gesellenprüfung etwa zur Hälfte der Ausbildungszeit statt.
Abschlussprüfung: Besteht aus Teil 2 der Gesellenprüfung am Ende der Ausbildung vor der Handwerkskammer (HWK) oder Industrie- und Handelskammer (IHK).
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Müllermeister/in
- Weiterbildung zum/zur Techniker/in (Fachrichtung Mühlenbau, Getreide- und Futtermitteltechnik)
- Studium, z.B. Lebensmitteltechnologie oder Verfahrenstechnik
- Spezialisierung in Bereichen wie Qualitätssicherung, Produktentwicklung oder Anlagenführung
Good to know
- Der Beruf des Müllers ist einer der ältesten der Welt, heute aber ein hochtechnologischer Beruf.
- Du arbeitest an der Basis der Lebensmittelversorgung und stellst ein Grundnahrungsmittel her.
- Die Branche gilt als sehr krisensicher, denn "gegessen wird immer".
- Du verbindest handwerkliches Wissen mit moderner Computer- und Anlagentechnik.
Berufsalltag
Dein Berufsalltag als Verfahrenstechnologe/in Müllerei ist von Technik und Naturprodukten geprägt. Du beginnst deine Schicht oft mit der Überprüfung der komplexen Mühlenanlagen. Du nimmst Getreidelieferungen entgegen, prüfst deren Qualität und lagerst sie fachgerecht ein. Anschließend steuerst und überwachst du den gesamten Mahlprozess vom Korn bis zum fertigen Mehl, entnimmst regelmäßig Proben für das Labor und stellst sicher, dass alle Hygienestandards eingehalten werden. Auch die Wartung und Reinigung der Maschinen gehört zu deinen festen Aufgaben. Während deiner Ausbildung führst du zudem regelmäßig dein Berichtsheft. Hierfür empfehlen moderne Betriebe digitale Lösungen wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)