Vergolder/innen veredeln Oberflächen von Objekten wie Bilderrahmen, Möbeln oder Skulpturen mit Blattmetallen wie Gold oder Silber.

Ausbildung Vergolder/Vergolderin

Vergolder/innen veredeln Oberflächen von Objekten wie Bilderrahmen, Möbeln oder Skulpturen mit Blattmetallen wie Gold oder Silber.

Vergolder/innen sind kreative Handwerker, die sich auf die Kunst der Oberflächenveredelung spezialisiert haben. Sie tragen hauchdünne Blattmetalle, meist Gold, auf verschiedenste Untergründe auf und verleihen Objekten damit einen einzigartigen Glanz und Wert.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.

Gehalt (Ausbildungsvergütung)

Das Gehalt ist abhängig vom Ausbildungsbetrieb und der Region. Im Handwerk kannst du mit folgender durchschnittlicher Vergütung rechnen:

  • 1. Ausbildungsjahr: 650 - 750 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr: 750 - 850 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 850 - 980 Euro

Empfohlener Schulabschluss

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen jedoch Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein. Wichtiger als der Schulabschluss sind oft künstlerisches Talent und handwerkliches Geschick.

Kenntnisse/Stärken

  • Künstlerische Begabung und Kreativität
  • Eine ruhige Hand und Geduld
  • Sinn für Ästhetik, Formen und Farben
  • Sorgfalt und Genauigkeit
  • Interesse an Kunst und Geschichte

Arbeitszeit

Die Arbeitszeiten sind in der Regel regulär und finden wochentags im Atelier oder in der Werkstatt statt.

Aufgaben in der Ausbildung

  • Vorbereiten von Untergründen (schleifen, reinigen, grundieren)
  • Herstellen von Grundierungen wie Kreidegrund
  • Anlegen von Blattmetallen (z.B. Blattgold, Blattsilber)
  • Anwendung verschiedener Vergoldungstechniken
  • Polieren und Veredeln von Oberflächen mit Achatsteinen
  • Restaurierungsarbeiten an historischen Objekten
  • Du lernst auch, dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido

Ausbildungsinhalte

  • Werkstoffkunde (Holz, Metalle, Leime, Pigmente)
  • Vergoldetechniken (Polimentvergoldung, Ölvergoldung)
  • Farbenlehre und Techniken der Fassmalerei
  • Stilkunde und Kunstgeschichte
  • Arbeitssicherheit und Umweltschutz

Ausbildungsablauf

Ausbildungsbeginn: Üblicherweise am 1. August oder 1. September.

Zwischenprüfung: Findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt.

Abschlussprüfung/Gesellenprüfung: Am Ende der dreijährigen Ausbildung vor der Handwerkskammer.

Karrieremöglichkeiten

  • Weiterbildung zum/zur Vergoldermeister/in
  • Spezialisierung als Restaurator/in im Handwerk
  • Selbstständigkeit mit einem eigenen Atelier
  • Tätigkeit in Museen, in der Denkmalpflege oder in Auktionshäusern

Good to know

  • Der Beruf des Vergolders ist ein jahrhundertealtes und sehr seltenes Kunsthandwerk.
  • Du arbeitest oft an wertvollen und historisch bedeutsamen Objekten und trägst zu deren Erhalt bei.
  • Es ist eine Nischenbranche, in der hochqualifizierte Fachkräfte sehr gefragt sind.

Berufsalltag

Im Berufsalltag eines Vergolders stehen Präzision und Kreativität im Mittelpunkt. Du arbeitest meist in einer Werkstatt oder einem Atelier an verschiedenen Projekten – von der Restaurierung eines antiken Spiegels bis zur Vergoldung moderner Kunstobjekte. Die Arbeit erfordert hohe Konzentration und erfolgt oft in ruhiger Atmosphäre. Kundenberatung und die Planung von Projekten gehören ebenfalls zu deinen Aufgaben. Zudem musst du während deiner Ausbildung dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.

Ausbildungsnachweis

Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.

Offizielle Informationen und Dokumente

Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf. So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.

Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.

BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild, Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite

Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)

Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)

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