Als Verwaltungsfachangestellte/r der Fachrichtung Handwerksorganisation und Industrie- und Handelskammern bist du das organisatorische Rückgrat dieser wichtigen wirtschaftlichen Selbstverwaltungsorgane. Du unterstützt Handwerksbetriebe sowie Industrie- und Handelsunternehmen, bearbeitest ihre Anliegen, wendest Rechtsvorschriften an und sorgst für reibungslose Abläufe im Kammeralltag.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Eine Verkürzung ist bei entsprechender schulischer Vorbildung (z.B. Abitur) oder bei sehr guten Leistungen während der Ausbildung möglich.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Die Vergütung richtet sich häufig nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD). Das Gehalt ist daher überdurchschnittlich hoch. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: ca. 1.218 €
- 2. Ausbildungsjahr: ca. 1.268 €
- 3. Ausbildungsjahr: ca. 1.314 €
Empfohlener Schulabschluss
Für diese Ausbildung wird in der Regel ein guter Realschulabschluss (mittlere Reife) oder die (Fach-)Hochschulreife vorausgesetzt.
Kenntnisse/Stärken
- Organisationstalent und Sorgfalt
- Interesse an wirtschaftlichen und rechtlichen Themen
- Gute mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit
- Kommunikations- und Teamfähigkeit
- Serviceorientierung und Freude am Umgang mit Menschen
Arbeitszeit
In der Regel feste Büroarbeitszeiten, zum Beispiel von 8 bis 17 Uhr. Bei Veranstaltungen oder besonderen Projekten kann es ausnahmsweise zu abweichenden Arbeitszeiten kommen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Bearbeitung von Anträgen, z.B. zur Eintragung in die Handwerksrolle oder zum Abschluss von Ausbildungsverträgen
- Beratung von Mitgliedsbetrieben per Telefon, E-Mail oder persönlich
- Anwendung von Rechtsvorschriften wie der Handwerksordnung (HwO) oder dem Berufsbildungsgesetz (BBiG)
- Mitarbeit bei der Organisation von Prüfungen und Veranstaltungen
- Aufgaben im Bereich Finanzen und Rechnungswesen der Kammer
- Führung von Akten und Pflege von Datenbanken
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Verwaltungsrecht und Verwaltungsverfahren
- Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen
- Personalwesen und Organisation
- Spezifisches Kammerrecht (z.B. Handwerksordnung, Berufsbildungsgesetz)
- Wirtschafts- und Sozialkunde
- Kommunikation und Büromanagement
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung findet dual statt. Du arbeitest in der Verwaltung einer Handwerkskammer (HWK) oder einer Industrie- und Handelskammer (IHK) und besuchst an bestimmten Tagen oder im Blockunterricht die Berufsschule.
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise am 1. August oder 1. September.
Zwischenprüfung: Findet zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt, um deinen Wissensstand zu überprüfen.
Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildung legst du eine schriftliche und eine mündliche Prüfung ab.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Verwaltungsfachwirt/in zur Übernahme von Führungsaufgaben
- Spezialisierung in Fachbereichen wie Ausbildungsberatung, Rechtsabteilung oder Betriebswirtschaft
- Studium, z.B. Public Management oder Betriebswirtschaftslehre (mit Abitur/Fachabitur)
- Sehr gute Übernahmechancen nach der Ausbildung
Good to know
- Du arbeitest an der Schnittstelle von Verwaltung, Wirtschaft und Bildung und leistest einen wichtigen Beitrag für die regionale Wirtschaft.
- Der Beruf bietet eine hohe Arbeitsplatzsicherheit, da Kammern öffentlich-rechtliche Körperschaften sind.
- Du hast mit einer Vielfalt von Menschen zu tun – vom Auszubildenden über den Gesellen bis zum Unternehmer.
Berufsalltag
Dein Berufsalltag ist geprägt von Büro- und Verwaltungstätigkeiten. Du bearbeitest am Computer Anträge, erstellst Bescheide, recherchierst in Gesetzestexten, telefonierst mit Mitgliedsbetrieben und bereitest Sitzungen vor. Teamarbeit und der direkte Kontakt zu den Mitgliedern der Kammer machen den Arbeitsalltag abwechslungsreich. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)