Werkstoffprüfer/innen der Fachrichtung Kunststofftechnik untersuchen und prüfen die Eigenschaften von Kunststoffen und Verbundwerkstoffen, um deren Qualität sicherzustellen.

Ausbildung Werkstoffprüfer/in - Fachrichtung Kunststofftechnik

Werkstoffprüfer/innen der Fachrichtung Kunststofftechnik untersuchen und prüfen die Eigenschaften von Kunststoffen und Verbundwerkstoffen, um deren Qualität sicherzustellen.

Als Werkstoffprüfer/in in der Fachrichtung Kunststofftechnik bist du der Qualitätsdetektiv für moderne Materialien. Du untersuchst und analysierst Kunststoffe sowie Verbundwerkstoffe, um sicherzustellen, dass sie den höchsten Anforderungen an Sicherheit, Langlebigkeit und Funktionalität genügen.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung (Abitur) oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.

Gehalt (Ausbildungsvergütung)

Das Gehalt ist oft tariflich geregelt und variiert je nach Branche (z.B. Chemieindustrie) und Bundesland. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Vergütung rechnen:

  • 1. Ausbildungsjahr: 950 - 1.100 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr: 1.000 - 1.150 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.050 - 1.250 Euro

Empfohlener Schulabschluss

Ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) wird häufig vorausgesetzt. Gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern wie Chemie, Physik und Mathematik sind von großem Vorteil.

Kenntnisse/Stärken

  • Interesse an Chemie, Physik und Technik
  • Sorgfältige und präzise Arbeitsweise
  • Technisches Verständnis
  • Analytisches Denkvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Geduld und Konzentrationsfähigkeit

Arbeitszeit

Die Arbeitszeit richtet sich nach den betrieblichen Gegebenheiten. Meistens arbeitest du in einer regulären 35- bis 40-Stunden-Woche. In manchen Betrieben kann auch Schichtarbeit erforderlich sein.

Aufgaben in der Ausbildung

  • Entnahme und Vorbereitung von Proben aus Kunststoffmaterialien
  • Durchführung von mechanischen Prüfungen (z.B. Zugfestigkeit, Härte, Biegeversuche)
  • Anwendung von thermischen und chemischen Analyseverfahren
  • Bedienung und Kalibrierung von hochmodernen Prüfmaschinen und Laborgeräten
  • Dokumentation, Auswertung und Darstellung der Prüfergebnisse am Computer
  • Beurteilung von Bauteilfehlern und Schäden
  • Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido

Ausbildungsinhalte

  • Grundlagen der Werkstoffkunde (insbesondere Polymere)
  • Verschiedene Prüfverfahren (zerstörende und zerstörungsfreie Prüfung)
  • Physikalische und chemische Untersuchungsmethoden
  • Qualitätsmanagement und geltende Normen
  • Umgang mit Mess- und Prüftechnik
  • Arbeitssicherheit und Umweltschutz im Labor

Ausbildungsablauf

Ausbildungsbeginn: Üblicherweise im August oder September eines Jahres.

Zwischenprüfung: Findet in der Regel zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres statt, um deinen aktuellen Wissensstand zu überprüfen.

Abschlussprüfung: Am Ende deiner dreijährigen Ausbildung legst du eine theoretische und praktische Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab.

Karrieremöglichkeiten

  • Weiterbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Werkstofftechnik oder Kunststoff- und Kautschuktechnik
  • Weiterbildung zum/zur Industriemeister/in der Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk
  • Studium in den Bereichen Werkstoffwissenschaft, Kunststofftechnik oder Chemieingenieurwesen
  • Spezialisierung auf bestimmte Prüfmethoden, z.B. in der Forschung und Entwicklung

Good to know

  • Werkstoffprüfer/innen sind unverzichtbar für die Sicherheit und Qualität von Produkten in Branchen wie Automobilbau, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik und Elektronik.
  • Du arbeitest an der Schnittstelle zwischen Entwicklung, Produktion und Qualitätssicherung.
  • Der Beruf bietet eine hervorragende Zukunftsperspektive, da die Entwicklung neuer Materialien stetig voranschreitet.

Berufsalltag

Dein Arbeitsplatz ist hauptsächlich das Labor. Hier nimmst du Proben, bereitest sie vor und führst an speziellen Maschinen und Geräten Messungen durch. Du dokumentierst deine Ergebnisse sorgfältig am PC, erstellst Prüfberichte und besprichst die Resultate mit Ingenieuren oder der Produktionsleitung. Genauigkeit und ein hohes Verantwortungsbewusstsein sind dabei unerlässlich. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.

Ausbildungsnachweis

Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.

Offizielle Informationen und Dokumente

Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf. So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.

Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.

BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild, Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite

Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)

Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)

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