Als Werkstoffprüfer/in der Fachrichtung Wärmebehandlungstechnik bist du der/die Experte/in, wenn es um die Eigenschaften von Materialien nach thermischen Prozessen geht. Du führst physikalische und technologische Prüfungen an Metallen und anderen Werkstoffen durch, um deren Qualität sicherzustellen und Produktionsprozesse zu optimieren.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre. Eine Verkürzung ist bei guten Leistungen oder entsprechender schulischer Vorbildung nach Absprache mit dem Ausbildungsbetrieb und der zuständigen Kammer (IHK) möglich.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt ist oft tariflich geregelt und variiert je nach Bundesland und Betrieb. Im Durchschnitt kann man mit folgender Vergütung rechnen: 1. Jahr: ca. 1.000-1.150 €, 2. Jahr: ca. 1.050-1.200 €, 3. Jahr: ca. 1.100-1.300 €, 4. Jahr: ca. 1.200-1.350 € pro Monat.
Empfohlener Schulabschluss
Ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) ist eine gute Voraussetzung. Auch mit einem guten Hauptschulabschluss oder der (Fach-)Hochschulreife hast du gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz.
Kenntnisse/Stärken
- Interesse an Physik, Chemie und Technik
- Sorgfältige und präzise Arbeitsweise
- Technisches Verständnis und analytisches Denkvermögen
- Verantwortungsbewusstsein
- Konzentrationsfähigkeit
Arbeitszeit
In der Regel reguläre Arbeitszeiten, in vielen Industriebetrieben ist jedoch auch Schichtarbeit üblich.
Aufgaben in der Ausbildung
- Vorbereitung von Werkstoffproben für verschiedene Prüfungen
- Durchführung von Prüfverfahren wie Härteprüfungen, Zugversuchen oder Kerbschlagbiegeversuchen
- Untersuchung von Materialgefügen mit dem Mikroskop (Metallografie)
- Bedienung, Einrichtung und Kalibrierung von Prüfgeräten und -maschinen
- Dokumentation und Auswertung der Messergebnisse am Computer
- Überwachung von Wärmebehandlungsprozessen wie Härten, Glühen oder Vergüten
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Werkstoffkunde (Eigenschaften von Metallen und Kunststoffen)
- Grundlagen der Physik und Chemie
- Zerstörende und zerstörungsfreie Prüfverfahren
- Messtechnik, Steuerungstechnik und Regelungstechnik
- Qualitätssicherung und statistische Auswertung
- Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung findet dual statt, das heißt, du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September.
Zwischenprüfung: Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet der erste Teil der gestreckten Abschlussprüfung statt.
Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildungszeit legst du den zweiten Teil der Abschlussprüfung vor der IHK ab.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Werkstofftechnik
- Weiterbildung zum/zur Industriemeister/in der Fachrichtung Metall
- Studium, z. B. im Bereich Werkstoffwissenschaft oder Maschinenbau
- Spezialisierung auf bestimmte Prüfverfahren (z.B. Ultraschallprüfung, Röntgenprüfung)
Good to know
- Du trägst eine hohe Verantwortung, denn von deinen Prüfergebnissen hängt die Sicherheit und Qualität von Produkten ab.
- Der Beruf ist unverzichtbar in vielen Branchen wie dem Automobilbau, der Luft- und Raumfahrttechnik oder dem Maschinenbau.
- Du arbeitest an der Schnittstelle von Labor und Produktion und bist eine gefragte Fachkraft.
Berufsalltag
Dein Arbeitsplatz ist hauptsächlich das Werkstofflabor. Dort bereitest du Proben vor, führst an komplexen Maschinen Messungen durch und analysierst die Ergebnisse am Computer. Du arbeitest sehr konzentriert und genau, um verlässliche Daten zu liefern. Teamarbeit und die Absprache mit Kollegen aus der Fertigung gehören ebenfalls zu deinem Alltag. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)