Als Zupfinstrumentenmacher/in der Fachrichtung Harfenbau verbindest du kunstvolles Handwerk mit musikalischer Präzision, um eines der ältesten und elegantesten Instrumente der Welt zu erschaffen, zu reparieren und zu erhalten.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Betrieb und Bundesland. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Ausbildungsvergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 650 - 850 €
- 2. Ausbildungsjahr: 750 - 950 €
- 3. Ausbildungsjahr: 850 - 1.100 €
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen jedoch Auszubildende mit einem Realschulabschluss (mittlere Reife) oder einem guten Hauptschulabschluss ein.
Kenntnisse/Stärken
- Handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit
- Musikalität und ein gutes Gehör
- Geduld, Sorgfalt und eine hohe Konzentrationsfähigkeit
- Technisches und physikalisches Verständnis (insb. für Akustik)
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Kreativität und ein Sinn für Ästhetik
Arbeitszeit
Die Arbeitszeit findet in der Regel von Montag bis Freitag in der Werkstatt statt. Die genauen Zeiten richten sich nach dem jeweiligen Ausbildungsbetrieb.
Aufgaben in der Ausbildung
- Auswahl und Bearbeitung von Hölzern und anderen Materialien
- Herstellung der Einzelteile einer Harfe (z.B. Korpus, Säule, Hals)
- Zusammenbau des Instruments
- Behandlung von Oberflächen (z.B. Lackieren, Ölen, Polieren)
- Montage der Mechanik und Aufziehen der Saiten
- Stimmen und Intonieren des Instruments
- Durchführung von Reparaturen und Restaurierungsarbeiten
- Kundenberatung und -betreuung
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Werkstoffkunde (Holzarten, Metalle, Kunststoffe)
- Umgang mit traditionellen Handwerkzeugen und modernen Maschinen
- Anfertigen und Lesen von technischen Zeichnungen und Bauplänen
- Grundlagen der Akustik und Schwingungslehre
- Geschichte des Instrumentenbaus
- Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September.
Zwischenprüfung: Findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und dient der Ermittlung deines Ausbildungsstandes.
Abschluss-/Gesellenprüfung: Am Ende der Ausbildung legst du eine praktische und theoretische Prüfung vor der Handwerkskammer (HWK) ab.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Zupfinstrumentenmachermeister/in
- Gründung eines eigenen Betriebs für Harfenbau oder Reparatur
- Spezialisierung auf Restaurierung historischer Instrumente
- Tätigkeit in Konzerthäusern oder für Orchester
- Studium, z.B. im Bereich Musikinstrumentenbau oder Restaurierung
Good to know
- Der Beruf des Harfenbauers ist ein sehr seltener und hochspezialisierter Handwerksberuf.
- Du erschaffst Instrumente von hohem materiellem und ideellem Wert, die Musiker über Jahrzehnte begleiten.
- Die Arbeit verbindet traditionelle Handwerkstechniken mit modernen Fertigungsmethoden.
- Als Harfenbauer/in arbeitest du an der Schnittstelle von Kunst, Handwerk und Musik.
Berufsalltag
Dein Berufsalltag findet hauptsächlich in der Werkstatt statt. Du arbeitest mit höchster Präzision an den verschiedenen Bauteilen einer Harfe, vom groben Zuschnitt des Holzes bis zur feinsten Justierung der Mechanik. Der Duft von Holz und Leim begleitet dich bei deiner Arbeit. Neben der konzentrierten Einzelarbeit gehört auch der Austausch im Team und die Beratung von Kunden zu deinen Aufgaben. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)