Als Brenner/in, auch Destillateur/in genannt, bist du ein Meister der Aromen und verwandelst natürliche Rohstoffe in edle Tropfen. Du überwachst den gesamten Herstellungsprozess von der Auswahl der Zutaten bis zur Abfüllung der fertigen Spirituose und sorgst für höchste Qualität.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung zum/zur Brenner/in dauert 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt während der Ausbildung kann je nach Betrieb, Region und Tarifvertrag variieren. Eine typische Vergütung könnte wie folgt aussehen:
- 1. Ausbildungsjahr: 750 - 1.050 €
- 2. Ausbildungsjahr: 850 - 1.150 €
- 3. Ausbildungsjahr: 950 - 1.250 €
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe jedoch bevorzugt Auszubildende mit einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein, da ein gutes Verständnis für Chemie und Biologie vorteilhaft ist.
Kenntnisse/Stärken
- Guter Geruchs- und Geschmackssinn
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
- Interesse an biologischen und chemischen Prozessen
- Technisches Verständnis für die Bedienung der Anlagen
- Körperliche Belastbarkeit
- Hygienebewusstsein
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten sind in der Regel regulär. Je nach Betrieb und Produktionsprozess kann es jedoch auch zu Schichtarbeit oder Arbeit am Wochenende kommen, da Gärprozesse kontinuierlich überwacht werden müssen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Annahme, Prüfung und Vorbereitung von Rohstoffen (z.B. Obst, Getreide, Kartoffeln)
- Ansetzen von Maische und Überwachung des Gärprozesses
- Bedienung, Steuerung und Reinigung von Destillationsanlagen
- Durchführung von Qualitätskontrollen und sensorischen Prüfungen
- Lagerung, Filterung und Veredelung der Destillate
- Abfüllung und Etikettierung der fertigen Produkte
- Du lernst auch, dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsinhalte
- Rohstoffkunde (Botanik, Anbau, Ernte)
- Grundlagen der Mikrobiologie und Biochemie
- Verfahrenstechnik der Destillation und Rektifikation
- Lebensmittelrecht und Hygienevorschriften
- Anlagensteuerung und -wartung
- Qualitätssicherung und Labortechnik
Ausbildungsablauf
Die Ausbildung findet dual statt, das heißt, du lernst im Ausbildungsbetrieb die praktische Seite des Berufs und in der Berufsschule die theoretischen Grundlagen.
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise am 1. August oder 1. September.
Zwischenprüfung: Findet etwa zur Hälfte der Ausbildungszeit statt, um den Lernfortschritt zu überprüfen.
Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildung legst du eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Brennmeister/in
- Weiterbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Lebensmitteltechnik
- Studium, z.B. in Lebensmitteltechnologie oder Brauwesen und Getränketechnologie
- Spezialisierung auf bestimmte Spirituosen (z.B. Whisky, Gin, Obstbrände)
- Selbstständigkeit mit einer eigenen Brennerei
Good to know
- Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit modernster Technik.
- Als Brenner/in schaffst du Genussprodukte, die eine Geschichte erzählen.
- Die Craft-Spirit-Bewegung sorgt für eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften und bietet viele kreative Möglichkeiten.
Berufsalltag
Im Berufsalltag als Brenner/in bist du für den gesamten Herstellungsprozess von Spirituosen verantwortlich. Das beginnt bei der Auswahl der besten Rohstoffe, geht über das Ansetzen der Maische und die sorgfältige Überwachung der Gärung bis hin zum eigentlichen Brennvorgang. Du bedienst die Destillationsanlagen, nimmst Proben, führst Geschmacks- und Geruchstests durch und sorgst für die Einhaltung höchster Qualitäts- und Hygienestandards. Auch die Reinigung der Anlagen und die Dokumentation der Produktionsschritte gehören zu deinen täglichen Aufgaben. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)