Als Fahrzeuglackierer/in verleihst du Fahrzeugen nicht nur neuen Glanz, sondern schützt sie auch vor Rost und Witterungseinflüssen. In diesem kreativen Handwerksberuf bereitest du Untergründe vor, mischst Farben millimetergenau, trägst Lacke auf und führst Gestaltungs- sowie Instandsetzungsarbeiten durch.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Eine Verkürzung ist bei entsprechender Vorbildung (z.B. Abitur) oder bei überdurchschnittlich guten Leistungen in Berufsschule und Betrieb möglich.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Bundesland und Betrieb. Im Durchschnitt kannst du mit folgender Ausbildungsvergütung rechnen: 1. Jahr ca. 700-950 Euro, 2. Jahr ca. 750-1.050 Euro und im 3. Jahr ca. 850-1.150 Euro pro Monat.
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe aber überwiegend Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Handwerkliches Geschick
- Sinn für Farben und Ästhetik
- Sorgfältige und genaue Arbeitsweise
- Gute körperliche Konstitution
- Teamfähigkeit
Arbeitszeit
Die Arbeitszeit richtet sich nach den betrieblichen Gegebenheiten. In der Regel arbeitest du werktags, in größeren Werkstätten oder Industriebetrieben kann auch Schichtarbeit anfallen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Untergründe prüfen, bewerten und für die Lackierung vorbereiten (schleifen, spachteln, grundieren)
- Fahrzeugteile demontieren und montieren
- Farbtöne exakt nach Vorlage oder Kundenwunsch mischen
- Lacke mit Spritzpistolen in Lackierkabinen auftragen
- Design- und Effektlackierungen durchführen
- Oberflächen nach der Lackierung finishen (polieren, versiegeln)
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Werk- und Hilfsstoffe beurteilen und verarbeiten
- Umgang mit Lackierwerkzeugen, -geräten und -anlagen
- Herstellen, Bearbeiten und Behandeln von Oberflächen
- Farbtonfindung und Farbmischung
- Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: Meist zum 1. August oder 1. September.
Zwischenprüfung: Findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und dient der Ermittlung deines Ausbildungsstandes.
Abschluss-/Gesellenprüfung: Am Ende der Ausbildung legst du die Prüfung vor der Handwerkskammer (HWK) ab.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Fahrzeuglackierermeister/in
- Weiterbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Farb- und Lacktechnik
- Spezialisierung auf Bereiche wie Airbrush, Designlackierung oder Oldtimer-Restaurierung
- Studium, z.B. im Bereich Chemieingenieurwesen (Fachrichtung Lacke und Farben)
Good to know
- Der Beruf verbindet Kreativität mit moderner Technik und präzisem Handwerk.
- Als Fahrzeuglackierer/in arbeitest du oft mit umweltfreundlichen Wasserlacken.
- Du bist eine gefragte Fachkraft in Werkstätten, bei Fahrzeugherstellern und in der Industrie.
Berufsalltag
Dein Arbeitsalltag ist abwechslungsreich: Du beginnst damit, ein beschädigtes Fahrzeugteil vorzubereiten, indem du es schleifst und spachtelst. Danach klebst du die nicht zu lackierenden Bereiche sorgfältig ab. In der Mischecke stellst du den exakten Farbton her, bevor du in der Spritzkabine mit Schutzkleidung den Lack aufträgst. Nach dem Trocknen polierst du die Oberfläche auf Hochglanz. Teamarbeit und Absprachen mit Kollegen sind dabei alltäglich. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)