Modisten und Modistinnen sind die kreativen Köpfe und geschickten Hände hinter der Welt der Hüte und Kopfbedeckungen. Sie entwerfen, fertigen, reparieren und gestalten individuelle Hüte, Mützen und Kappen.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung zum/zur Modist/in dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer entsprechenden schulischen Vorbildung oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Betrieb und Bundesland. Im Durchschnitt kann ein Auszubildender mit folgender Vergütung rechnen: Im ersten Jahr etwa 580-750 Euro pro Monat, im zweiten Jahr 680-850 Euro und im dritten Jahr 780-950 Euro.
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen jedoch Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder der mittleren Reife (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Kreativität und Sinn für Ästhetik
- Handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit
- Geduld und Sorgfalt
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Kundenorientierung und Kommunikationsfähigkeit
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten orientieren sich meist an den üblichen Laden- oder Werkstattöffnungszeiten. Vor Modenschauen oder bei besonderen Aufträgen kann auch Mehrarbeit anfallen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Entwerfen von Kopfbedeckungen nach eigenen Ideen oder Kundenvorgaben
- Auswählen von Materialien wie Filz, Stroh, Stoffen und Garnituren
- Zuschneiden, Formen, Nähen und Garnieren von Hüten und Mützen
- Reparieren und Umgestalten von bestehenden Kopfbedeckungen
- Beratung von Kunden und Anfertigung nach Maß
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Materialkunde (Eigenschaften und Verarbeitung)
- Entwurfstechniken und Schnittkonstruktion
- Formgebung durch Dämpfen, Ziehen und Bügeln
- Hand- und Maschinennähtechniken
- Garniertechniken zum Verzieren der Kreationen
- Kundenberatung, Verkauf und Kalkulation
- Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: Üblicherweise im August oder September.
Zwischenprüfung: Findet in der Regel zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres statt, um den Lernfortschritt zu überprüfen.
Abschlussprüfung/Gesellenprüfung: Am Ende der Ausbildung vor der Handwerkskammer (HWK).
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Modistenmeister/in zur Führung eines eigenen Ateliers
- Spezialisierung auf Bereiche wie Theater, Film oder Haute Couture
- Studium im Bereich Mode- oder Textildesign
- Tätigkeit als Gestalter/in im Handwerk
Good to know
- Der Beruf des Modisten ist ein traditionsreiches und seltenes Kunsthandwerk.
- Du verbindest kreatives Design mit präziser handwerklicher Umsetzung.
- Arbeitsorte sind vielfältig: vom eigenen kleinen Atelier über Modehäuser bis hin zu Kostümabteilungen bei Theater und Film.
Berufsalltag
Im Berufsalltag eines Modisten dreht sich alles um die Herstellung einzigartiger Kopfbedeckungen. Du skizzierst Entwürfe, wählst passende Stoffe aus, bedienst Nähmaschinen, formst Materialien über Holzformen und bringst von Hand feine Verzierungen an. Der direkte Kontakt mit Kunden, deren Wünsche du in individuelle Kreationen umsetzt, ist ein wichtiger Teil der Arbeit. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)