Du hast eine Leidenschaft für Pferde und handwerkliches Geschick? Als Sattler/in der Fachrichtung Reitsportsattlerei verbindest du beides und fertigst maßgeschneiderte Ausrüstung wie Sättel und Zaumzeug, um Komfort und Sicherheit für Reiter und Tier zu gewährleisten.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Eine Verkürzung ist bei entsprechender schulischer Vorbildung (z.B. Abitur) oder sehr guten Leistungen während der Ausbildung und in der Berufsschule möglich.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Betrieb, Region und Tarifbindung. Durchschnittlich kannst du mit folgender monatlicher Vergütung rechnen:
- 1. Ausbildungsjahr: 650 - 800 Euro
- 2. Ausbildungsjahr: 750 - 900 Euro
- 3. Ausbildungsjahr: 850 - 1.050 Euro
Empfohlener Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen jedoch Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit
- Geduld und Sorgfalt
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Kreativität und Sinn für Ästhetik
- Körperliche Belastbarkeit
- Bezug zu Pferden und dem Reitsport
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten sind in der Regel regulär und finden hauptsächlich in der Werkstatt statt. Termine zur Anpassung vor Ort beim Kunden können auch mal am Wochenende anfallen.
Aufgaben in der Ausbildung
- Anfertigen von Sätteln, Trensen, Halftern und Geschirren nach Maß
- Zuschneiden, Bearbeiten und Nähen von Leder und anderen Materialien
- Durchführen von Reparaturen an Reitsportartikeln
- Anpassen von Sätteln direkt am Pferd
- Beratung von Kunden bei der Auswahl der richtigen Ausrüstung
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Materialkunde (verschiedene Lederarten, Textilien, Metalle)
- Umgang mit speziellen Werkzeugen und Maschinen (z.B. Nähmaschinen für Leder)
- Handnähtechniken und Verzierungen
- Anatomische Kenntnisse des Pferdes, insbesondere des Rückens
- Erstellung von Entwürfen und Schablonen
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September.
Zwischenprüfung: Findet zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt, um den aktuellen Wissensstand zu überprüfen.
Gesellenprüfung: Am Ende der dreijährigen Ausbildung erfolgt die Abschluss- bzw. Gesellenprüfung, die aus einem praktischen und einem theoretischen Teil besteht.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Sattler- und Feintäschnermeister/in
- Spezialisierung auf bestimmte Bereiche (z.B. historische Sättel, Fahrsportgeschirre)
- Selbstständigkeit mit eigener Sattlerei
- Weiterbildung zum/zur Gestalter/in im Handwerk
- Tätigkeit im Vertrieb für Reitsportartikelhersteller
Good to know
- Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit modernem Wissen über Ergonomie und Pferdeanatomie.
- Jedes handgefertigte Stück ist ein Unikat.
- Als Sattler/in leistest du einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit und zum Wohlbefinden der Pferde.
- Es ist ein anerkannter Handwerksberuf mit langer Tradition.
Berufsalltag
Dein Arbeitsalltag findet hauptsächlich in der Werkstatt statt, wo du mit dem Geruch von Leder umgeben bist. Du schneidest Leder zu, nähst von Hand oder mit der Maschine und bringst Metallbeschläge an. Oft fährst du aber auch zu Kunden in den Reitstall, um Maß zu nehmen oder fertige Sättel anzupassen. Die enge Zusammenarbeit mit Reitern und Pferden macht den Beruf besonders abwechslungsreich. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)