Winzer/Winzerinnen sind die Experten für den Weinanbau und die Weinherstellung. Sie pflegen die Weinberge, ernten die Trauben und verwandeln sie im Weinkeller in hochwertige Weine.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Die Ausbildung kann aber auch verkürzt werden, wenn du schulische Vorbildung, vorangegangene Ausbildungszeiten oder Berufserfahrung hast. Auch bei guten Leistungen in der Ausbildung kannst du frühzeitig zur Prüfung zugelassen werden.
Gehalt (Ausbildungsvergütung)
Das Gehalt variiert je nach Region und Betrieb. Im Durchschnitt verdient ein Auszubildender im ersten Jahr etwa 700-900 Euro pro Monat, im zweiten Jahr 800-1.000 Euro und im dritten Jahr 900-1.100 Euro.
Empfohlener Schulabschluss
Für die Ausbildung zum/zur Winzer/in ist rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen jedoch Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) ein.
Kenntnisse/Stärken
- Interesse an Natur, Biologie und Pflanzen
- Körperliche Belastbarkeit und Wetterfestigkeit
- Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
- Guter Geruchs- und Geschmackssinn
- Teamfähigkeit
Arbeitszeit
Die Arbeitszeiten sind stark saisonabhängig. Besonders während der Weinlese im Herbst kann es zu längeren Arbeitszeiten und Wochenendarbeit kommen. Ansonsten gelten in der Regel reguläre Arbeitszeiten.
Aufgaben in der Ausbildung
- Anbau und Pflege von Weinreben im Weinberg (z.B. Rebschnitt, Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz)
- Organisation und Durchführung der Traubenlese
- Verarbeitung der Trauben im Weinkeller (Keltern, Pressen)
- Überwachung und Steuerung der Gärung und des Reifeprozesses
- Bedienung und Wartung von Maschinen und Kellertechnik
- Durchführung von Qualitätskontrollen und Laboranalysen
- Mithilfe bei der Vermarktung und dem Verkauf des Weins
- Du lernst auch dein Berichtsheft regelmäßig zu führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido
Ausbildungsinhalte
- Botanik, Bodenkunde und Klimatologie
- Anbautechniken und Pflanzenschutz
- Oenologie (Lehre vom Wein) und Kellerwirtschaft
- Maschinen- und Gerätetechnik
- Qualitätsmanagement und Weinrecht
- Betriebswirtschaftliche Grundlagen und Marketing
Ausbildungsablauf
Ausbildungsbeginn: In der Regel im August oder September.
Zwischenprüfung: Findet zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt.
Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildungszeit, bestehend aus einem praktischen und einem theoretischen Teil.
Karrieremöglichkeiten
- Weiterbildung zum/zur Winzermeister/in
- Techniker/in für Weinbau und Oenologie
- Studium im Bereich Weinbau und Oenologie oder Getränketechnologie
- Selbstständigkeit mit einem eigenen Weingut
- Spezialisierung auf Bereiche wie ökologischen Weinbau, Sektkellerei oder Weinmarketing
Good to know
- Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit modernster Technik.
- Als Winzer/in arbeitest du im Rhythmus der Jahreszeiten und bist viel an der frischen Luft.
- Du erschaffst ein hochwertiges Genussmittel, das Menschen auf der ganzen Welt Freude bereitet.
- Die Weinbranche ist international und bietet die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten.
Berufsalltag
Der Berufsalltag eines Winzers ist sehr abwechslungsreich und richtet sich nach dem Jahresverlauf. Im Frühjahr und Sommer findet die Hauptarbeit im Weinberg statt, wo die Reben gepflegt werden. Der Herbst ist geprägt von der arbeitsintensiven Lese. Im Winter und Frühjahr konzentriert sich die Arbeit auf den Weinkeller, wo der Wein ausgebaut wird, und den Rebschnitt zur Vorbereitung auf die neue Saison. Teamarbeit und der Umgang mit moderner Technik sind ebenso Teil des Alltags wie die sorgfältige Dokumentation der Arbeit. Du musst während deiner Ausbildung auch dein Berichtsheft regelmäßig führen. Zu empfehlen ist z.B. das digitale Berichtsheft von Zubido.
Ausbildungsnachweis
Während der Ausbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse von den Auszubildenden im Ausbildungsnachweis (auch "Berichtsheft") dokumentiert. Dieser dient als Nachweis für die während der Ausbildung erlernten Tätigkeiten. Das Berichtsheft ist laut HWK und IHK notwendig, um als Azubi zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Das Berichtsheft wird täglich oder wöchentlich geführt und muss von den Ausbildern im Unternehmen regelmäßig geprüft und signiert werden. Dafür gibt es vom Betrieb meist eine Berichtsheft-Vorlage. Zusätzlich werden mitunter auch Monats- oder Fachberichte verlangt. Moderne Ausbildungsbetriebe setzen dafür auf digitale Ausbildungsnachweise, wie die Berichtsheft-App von Zubido.
Offizielle Informationen und Dokumente
Hier findest du die wichtigsten offiziellen Informationen und Dokumente zu diesem Ausbildungsberuf.
So kannst du schnell nachsehen, wie die Ausbildung geregelt ist und welche Inhalte offiziell dazugehören.
Die Links führen zu externen offiziellen Quellen.
BIBB-Berufsseite
Die offizielle Übersicht des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Informationen zu Berufsbild,
Ausbildungsdauer und Struktur der Ausbildung.
BIBB-Berufsseite
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan
Die rechtliche Grundlage der Ausbildung mit den verbindlichen Inhalten und Anforderungen
für den betrieblichen Teil.
Ausbildungsverordnung und Ausbildungsrahmenplan (PDF)
Rahmenlehrplan
Die offiziellen Inhalte für den Unterricht in der Berufsschule, sofern ein veröffentlichter
Rahmenlehrplan verfügbar ist.
Rahmenlehrplan (PDF)